Den Morgen konnte ich heute etwas langsamer angehen lassen, denn der Termin in der nur wenige hundert Meter entfernten Bautzener Klinik war erst für 9 Uhr vereinbart.

Also erstmal in Ruhe frühstücken und dann los. Die Klinik bekommt schon mal einen Extrapunkt von mir, denn die Fahrradständer sind hier direkt neben dem Haupteingang – eine absolute Seltenheit.

Drin brauchte ich nicht lange warten und Ines und Sandra von der Bautzener Selbsthilfegruppe der FSH kamen wie vereinbart auf mich zu.

Gerade wollten wir die Koordinatorin des Brustzentrums Far Jablonski anrufen und Bescheid geben, dass wir da sind, da kam auch schon eine riesige Traube mit Menschen in weißen und blauen Kitteln auf uns zu – das ganze Team des Brustzentrums inklusive dessen Chefarzt Dr. Bachoudi war gekommen, um etwas über AMSOB zu hören und die Mutmachpost entgegen zu nehmen – was für ein Empfang. Die Redaktion der Bautzener Abteilung der Sächsischen Zeitung war auch zugegen und so folgte eine regelrechte Fotosession – die Geschenke – Bautzener Senf vom Brustzentrum und das Lunchpaket von der FSH-Gruppe – mussten natürlich auch auf die Bilder – ohne Fahrrad, mit Fahrrad, ohne Gepäck und mit Gepäck. Ich war wirklich sehr gerührt von so viel Aufmerksamkeit für meinen Besuch hier. Danach sind Frau Jablonski, Sandra und Ines von der FHS-Gruppe und ich noch zum Interview mit den Redakteuren der Zeitung ins Brustzentrum gegangen – ich bin sehr gespannt, was von diesem langen und offenen Gespräch über Brustkrebs, das Bautzener Brustzentrum und die Ziele der Selbsthilfe im Allgemeinen und Besonderen im Artikel Platz findet.

Danach war es aber echt Zeit sich in den Sattel zu schwingen – schließlich lagen noch knapp 70 km vor mir bis nach Spremberg.

Ein anfangs schön asphaltierter Weg führte aus Bautzen hinaus und immer zwischen Gewässern hindurch später dann auch auf Waldwegen weiter, vorbei an Blumenwiesen und Feldern. Dann kam auch noch der liebe Gott dazu – eine offene Kirche stand am Wegesrand in Malschwitz – also rein und eine Kerze anzünden für alle, denen es gerade nicht so gut geht, und innehalten – das ist immer sinnvoll und richtet mich auf.

Anschließend waren es nur noch ein paar Kilometer quer übers Land bis der Hunger sich meldete und auch der Kilometerstand die Mittagspause zuließ. Der Rastplatz Mönau war dafür ein schönes windgeschütztes und trockenes Örtchen und so konnte ich mir die leckeren Sachen aus dem Lunchpaket der FSH Gruppe auch schmecken lassen.

Den riesigen Bärwalder See habe ich an einer Uferseite kurz gestreift und dann stand endlich auch mal mein heutiges Ziel Spremberg mit an der Anzeige Tafel – mit der Angabe noch 25 km bis dahin – na gut.

Die Schrotholzkapelle in Sprey stand als besondere Sehenswürdigkeit noch direkt am Weg bevor es auf einem separaten Radweg entlang der Straße mitten durch ein Militärgelände ging – hier kommt man besser nicht vom Wege ab. Zum Glück fand sich für die obligatorische 50km-Pause ein schöner Rastplatz mit Imbis an der Ruhlmühle.

Die letzten knapp 20 km führten nun entlang der Spree, die immer mächtiger wird. Das Wasser ist zeitweise vom Eisen sehr stark braun gefärbt, das hält die jungen Kanuten im Spremberg aber nicht davon ab auf ihr zu trainieren.

Jetzt war der Marktplatz in Spremberg erreicht – aber ich war noch nicht am Ziel. Wenn man im Hotel GeorgenBERG bucht, muss man ja damit rechnen, dass das auf dem Berg liegt – ist auch so – ich habe es schniefend und fahrend geschafft und bin sehr herzlich empfangen worden. Inzwischen Habe bin ich auch satt vom leckeren Abendessen und freue mich auf den morgigen Tag mit dem Besuch im Brustzentrum Cottbus und eine insgesamt ca. 90 km lange Radstrecke bis Lübbenau.