Heute früh war ich mal GAAAANZ mutig – ich habe die Regensachen einfach ganz unten in die Tasche geräumt – war ja auf der Tour einfach schon genug Regen – uuuund es hat geklappt – kein Regen heute.
Diesmal war aber ein zeitiges Frühstück Pflicht, denn der Termin in der Klinik in Cottbus war schon um 10 Uhr und bis dahin zeigte die App ca. 25 km. Das Hotel hat schon ab 6:30 Uhr Frühstück angeboten, da war ich 7 Uhr gar nicht die Erste. Die Strecke führte wunderschön durch den Wald und entlang der Talsperre Spremberg – ich musste mich arg beherrschen, nicht gleich baden zu gehen – aber ich wollte keine Zeit verlieren und habe darauf verzichtet.
Anschließend weiter vorbei an wunderhübschen Blumenwiesen und allerlei Getier durch den Wald immer Richtung Cottbus und schon war ich pünktlich am Klinikum der Medizinischen Universität Lausitz Carl Thiem – hier wusste ich genau wo ich hin kommen darf – in die Poliklinik zu Frau Dietsch, die hier Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe ist. Unseren Verein AMSOB brauchte ich hier natürlich nicht vorstellen, denn unsere zwei unserer Mitgliederinnen sind hier in Behandlung. Dass Beide nicht beim Termin dabei waren, liegt an mir, meine Art der Kommunikation ist nicht geeignet, sie nachhaltig in die aktive Vereinsarbeit einbinden zu können. Welche Konsequenzen das für die weitere Arbeit von AMSOB und meine eigene Rolle darin hat, wird sich in der nächsten Zeit zeigen – erstmal vertrete ich den Verein in der zu mir passenden Weise bis die YesCon vorbei ist – danach werden wir sehen. Persönlich finde ich es aber wirklich schade, dass sie Beide bei ihrem eigenen Brustzentrum nicht beim Besuch dabei waren – das Team hätte sich bestimmt gefreut.
Mit Frau Dietsch konnte ich mich zuerst über die Eindrücke vom Senologiekongress austauschen und als die hauseigene Presseabteilung dazu kam, war ein reges Gespräch über die Aufklärung zu den Möglichkeiten bei Mastektomie und deren Vor- und Nachteile und Gründe im Gange. Die Fotosession vor dem Klinikum fand natürlich auch noch statt. Die Redakteurinn wird jetzt eine Pressemitteilung verfassen – mal sehen welche Zeitung diese aufnimmt.

Danach hatte ich einen ganz besonderen Termin – ich wusste, dass meine Eltern, die gerade wegen einer Geburtstagsfeier in Cottbus waren um 11 Uhr vom Bahnhof wieder heim fahren und der ist nicht weit weg vom Klinikum.
Also bin ich geschwind hin gefahren und wir hatten auf dem Bahnsteig Zeit für eine dicke Umarmung. Jede, die zum Zeitpunkt ihrer Brustkrebsdiagnose ihre Eltern noch hat, weiß wie schwierig es ist, in deren Augen zu schauen und ihnen die Nachricht zu überbringen – mir jedenfalls ist das immer schwer gefallen – diese Sorge um das eigene Kind und die Hilflosigkeit kann Eltern niemand abnehmen. Umso glücklicher sind wir heute, dass diese Zeit vorbei ist und versuchen viele schöne gemeinsame Momente zu verbringen – der heute auf dem Bahnhof gehört nun auch dazu.


Dann konnte ich hinter dem Bahnhof in der Sonne noch mit meinem eigenen Kind telefonieren – das war also eine runde Familytime auf meiner Radtour.
Dank eines familiären Insidertipps habe ich heutige Tour nach Lübbenau noch ordentlich abkürzen können und so standen nur noch 46 km auf dem Plan. Diese führten vorbei am Theater hinunter an die Spree und dann links und rechtsseitig abwechselnd wunderschön an deren Ufer entlang.
Eine Bank für ein gemütliches Mittagessen fand sich ebenfalls am Ufer bevor es immer näher an den Spreewald ging.
Die Kanäle am Wegesrand zeigten an, dass der Spreewald nunmehr erreicht war, das nutzte ich gleich für eine zünftige Gurkenpause in Burg.
Die restlichen Kilometer waren geprägt von schönster Spreewaldlandschaft mit Kanälen, den Paddlern darauf, den Radweg-querenden Enten und schönsten Mohnblumen.
Den Zimmerschlüssel in der Pension am Bahnhof habe ich heute aus dem Safe geholt, das Feenzimmer auch schnell gefunden – nur das Fahrrad samt Ente muss vor der Tür bleiben. Zum Abendessen gab es einen Dürüm vom Imbiss gegenüber und so sind alle Bedürfnisse gestillt und es zieht Ruhe ein. Morgen ist ein echter Urlaubstag – nur Radfahren, ganz ohne Termin – bestimmt finde ich da auch ein Plätzchen und Zeit zum Baden.





































