Pfingsten findet bei Familie Proft IMMER am Stechlinsee statt. Training für die Touren 2025 soll aber natürlich auch sein. Also stand der Plan schnell fest – Fahrrad wird ins Auto gepackt und der Samstag ist der Tourtag rund um die Müritz.

Also rund 80 km – Start sollte in Rechlin sein. Das ist der der Zipfel der Müritz, der sich am schnellsten vom Stechlin aus erreichen lässt – ca. 1 Stunde zu fahren.
Also früh halb acht in der Tauchstation los – es tröpfelt zwar, aber davon wollte ich mich nicht vom Plan abbringen lassen- die Straßen sind frei…aber was ist das? Die Bundesstraße Richtung Rechlin ist ab Wesenberg gesperrt- der Plan ist also dahin – das Leben schreibt die Geschichten eben doch anders. Also schnell rechts ran und umplanen – neuer Startort ist nun Waren (Müritz) – ist zwar bissel länger dorthin, aber wenigstens nicht gesperrt. Ein Parkplatz direkt am Radweg findet sich auch und dann kann es losgehen.
Zuerst durch ein wildes Waldgebiet immer schön vorbei an den Warnschildern links und rechts, dass dort Munition rumliegt – das kannte ich schon von einer legendären Familien-Paddeltour.
Nach gemütlichen 30 km hatte ich dann meinen eigentlich geplanten Startort Rechlin erreicht und es war Zeit für die erste Pause.

Nach einem leckeren Kaffee und nettem Schwatz mit den Wirtsleuten konnte ich die Fahrt gut gestärkt fortsetzen.
Durch Moorgebiet und vorbei an den Feldern ging es flott Richtung Röbel. An den blühenden Mohnblumen konnte ich mich gar nicht satt sehen – insbesondere in Kombination mit Kornblumen ist mein Auge immer total verzückt und so wurde die Fahrt immer wieder durch Fotostopps unterbrochen in der Hoffnung diese Pracht dauerhaft im Bild zu konservieren.
Auf Marktplatz in Röbel angekommen wollte ich mich endlich in der Kirche für so viel wunderbares Lebensglück bedanken. Also Fahrrad anschließen und rein in das heilige Gebäude.
Kurz vor mir ging ein Pärchen rein und hinterher noch zwei Frauen. Was dann passierte war einfach magisch mit Worten kaum auszudrücken.
Die Frauen fragten den in der Kirche anwesenden Trompeter, ob er etwas spielen könnte – konnte er natürlich – das war schon Klasse. Das Pärchen fragte hernach, ob sie die Orgel oben anschauen dürften – das wurde verneint – aber als Alternative die Orgel im Altarbereich angeboten – der Mann setzte sich ran und spielte einfach so los und seine Frau stieg mit einer glockenklaren Chorstimme gesanglich ein. Da konnte ich mir nur der Stimmung ergeben, hinsetzen und lauschen. Dann wurde der Trompeter gefragt, ob er einen Lieder-Wunsch hätte. Ja tatsächlich – er wünschte sich „Stern auf den ich schaue“. Das kannte der Organist zwar nicht, übte es aber flugs ein und seine Frau sang wieder dazu – wie schön. Dann kam eine der zwei Frauen auf die Idee, dass doch Trompeter und Organist das Lied zusammen spielen könnten – noch besser….und dann meinte die Sängerin – jetzt können wir doch alle zusammen dieses Lied singen und spielen und setzte sich mit dem Textbuch neben mich – und tatsächlich haben dann die sechs zuvor sich unbekannten Menschen gemeinsam musiziert und gesungen – das Erlebte macht noch jetzt beim Schreiben Gänsehaut und bleibt für immer in meinem Herzen.

Danach lief ich getragen von der schönen Stimmung zum Fahrrad zurück und fuhr das Stück zumHafen, um im Touristentrubel Speis und Trank zu genießen.
Die restlichen Kilometer bis Waren fuhren sich dann wie von selbst – wieder vorbei an diesen herrlich blümeligen Feldern.
Zuletzt noch am Kletterpark vorbei und am Hafen entlang war das Auto nach knapp 80 km erreicht und mit strahlenden Augen und angenehm ausgelaugtem Körper konnte ich die Heimreise zum Stechlin antreten und bin mir sicher für die nächste Tour gut gerüstet zu sein.






















