Der Tag beginnt wieder mit einem ordentlichen Frühstück und dann sind die Taschen routiniert  schnell ans Rad geschnallt. Es kann also losgehen.

Das Ernst von Bergmann Klinikum ist gleich um die Ecke und so war ich in Null Komma Nix da – Jessi sogar auch schon!

Empfangen wurden wir direkt von der Chefärztin der Frauenklinik Frau Prof. Dr. Fischer. Es folgte ein äußerst interessanter Austausch über die verschiedenen Wünsche der von Mastektomie betroffenen Frauen und dem ehrlichen Wollen diesem unter der Prämisse der medizinischen Notwendigkeiten seitens der Ärzte Rechnung tragen zu wollen. Frau Fischer hat sogar auf Wunsch einer Patientin die Brustwarzen auf die flache Brust erfolgreich operiert – hin und wieder wurden wir dazu im Verein schon befragt wer das in Deutschland macht – jetzt wissen wir es.

Die Mutmachpost, die Flyer und die Olivia-Nixe wechselten dann auch noch den Besitzer und werden nun vom Brustzentrum in der Beratung je nach Bedarf eingesetzt. Es folgten noch ein paar Fotos vor der Klinik mit Rad und Shirt und dann konnten wir entspannt Richtung Oranienburg aufbrachen.

Von Potsdam aus näherten wir uns der Glienicker Brücke und waren dann bald am Wannsee. Die VVB-Fähre über den Wannsee kannten wir schon von der Berliner Tour im letzten Jahr und so ließen wir uns zusammen mit unseren Fahrrädern gemütlich übers Wasser schippern. Vorher mussten wir aber die Räder noch die Treppe runter schleppen, denn die Rampe, die wir im vorigen Jahr nutzen konnten, wird gerade gebaut – zum Glück war noch genug Zeit bis zur Abfahrt der Fähre.

Auf der anderen Seite fanden wir den Havelradweg dank der Beschilderung gut wieder und konnte an dessen Ufer zwischen Wald, Hafenanlagen und Grünflächen vergnügt dahin radeln.

Kurz bevor der Weg vom See weg führte, fand sich noch eine schattige Mittags-Pausen-Bank und so war auch für neue Stärkung gesorgt.

Die nächsten 10 km kamen wir danach dann auch gut voran und so konnte bei km36 an einer geeigneten Badestelle das schöne Ritual gelebt werden in den Fluss an dem ich lang fahre auch mindestens einmal zu baden – dieser Verlockung konnte auch Jessi nicht widerstehen – es war wirklich sehr erfrischend.

Wir konnten uns danach gar nicht wieder richtig anziehen, da wurden wir auch von oben schon ordentlich nass. Wir hatten die dunklen Wolken bei unseren Wasserfreuden sehr wohl wahrgenommen, aber diese fetten Regentropfen überraschten uns dann schon. Zum Glück gab es dort auch eine Gaststätte und so konnten wir uns unter einen großen Terrassenschirm retten, dann anziehen und sogar noch ein frisch serviertes Getränk genießen.

Dann wurde die Wetter-App bemüht und es wurde schnell klar, dass der Regen wohl eine Weile anhält. Also fiel die Wahl auf eine Weiterfahrt mit Regenklamotten. Fotografiert haben wir dabei nicht viel, wir waren damit beschäftigt die Räder durch den feuchten Sand vorbei an umgestürzten Bäumen zu bugsieren – nur an einem der ehemaligen Grenztürme konnten wir dem Selfie nicht widerstehen.

Irgendwann konnten wir dann wieder blaue Fitzelchen am Himmel erkennen und der Regen ließ auch nach. Während der obligatorischen 50km-Pause kümmerten wir uns schon wieder um die Planungen für den nächsten Tag.

Auf dem Schlussspurt nach Oraniernburg konnte uns dann nur noch kurz die Deutsche Bahn mit ihren Schrankenanlagen aufhalten. Der Bahnhof war dann aber auch irgendwann gefunden und wir haben uns bis morgen voneinander verabschiedet.

Zum Hotel war es nicht mehr weit und so bin ich nun frisch geduscht und satt und freu mich auf die morgige Schlussetappe dieser schönen Tour.