Der Tag wird spannend – vier Brustzentren dürfen besucht werden und dazwischen noch ein bisschen Radfahren – oder eben auch -schieben – zumindest zeigt Komoot wieder einen ordentlichen Berganstieg an.

Aber erstmal frühstücken und Gepäck ans Fahrrad hängen. Als ich aus dem Hotel rauskomme, ist Sandra von der Rad-Aktivgruppe Dortmund FSH NRW schon da und wird mich heute den ganzen Tag begleiten – das ist ne echte Bereicherung und Freude für mich. Somit bin ich auf dem obligatorischen Abfahrtsfoto dank ihr heute auch mal mit drauf.

Weit war es nicht bis zum ersten Brustzentrum – dem Joho Dortmund – dreimal ums Eck und schon waren wir da. Fahrradständer gab es auch und kaum hatten wir im Foyer Platz genommen, stand die Psychoonkologin Frau Weber schon vor uns und nahm uns mit auf ihr Zimmer. Neben der Vorstellung des Vereins ging das Gespräch diesmal auch viel ums Radfahren – Frau Weber organisiert nämlich Radreisen für Brustkrebspatientinnen – was für eine tolle Idee. Dann werden wir auch noch von dem Brustzentrumsleiter Dr. Kunz empfangen und können das obligatorische Mutmachstatiions-Foto machen. Die Breast Care Nurse Schwester Jasmina Vukoja können wir ebenfalls in ihrem Behandlungszimmer noch kurz besuchen – ein tolles Team hier – aber wir müssen nun weiter nach quasi nebenan ins nächste Brustzentrum im Klinikum Dortmund – ohne ein Lunchpaket und ein kleines Radfahrer-Hygieneset  lässt uns Frau Weber aber nicht gehen. Das verstauen wir im Gepäck und weiter gehts.

Während wir uns noch nach dem vereinbarten Treffpunkt auf dem Storchenparkplatz umschauen, seht dort schon ein Teil des Teams und es wird ein Buffet und Tische im Freien extra für uns aufgebaut. Nahezu alle Mitarbeiter des Brustzentrums kommen vorbei und es gibt viel Gesprächsstoff zur Selbsthilfe und speziell zum Angebot unseres Vereins. Hier nur mal eine Auswahl der anwesenden Personen ohne Anspruch auf Vollständigkeit – die Direktorin der Frauenklinik Frau Dr. Gülcan Inci-Turan, die Leiterin des Brustzentrums Frau Palatty, OA Bianchini, Psychoonkologe Herr Kurdelbusch, Pflegebereichsleiterin Frau Gehrke, Krankenschwester Frau Ruhnau und die liebe Organisatorin dieses tollen Empfangs Schwester Haciosmanoglu – ihr gebührt ganz besonderer Dank -wir haben uns sehr geehrt gefühlt und konnten uns gut gestärkt und mit erfülltem Herzen auf den Weiterweg machen. Auch hier wurden wir aber nicht ohne die Mitnahme eines Lunchpaketes entlassen.

Jetzt aber raus aus Dortmund und hinauf nach Herdecke – da war viel strampeln, schniefen, schwitzen und schieben notwendig. Der schöne Blich hinunter zurück nach Dortmund mit dem Stadion mit der wundervollsten Südkurve der Welt hat für die Mühe etwas entschädigt.

Im Brustzentrum des Gemeinschaftskankenhauses Herdecke wurden wir von Frau OA Bracht empfangen und ich konnte den Verein und seine Angebote und Sandra die Selbsthilfe der FSH vorstellen. Das Foto durfte natürlich auch nicht fehlen.

Dann ging es abwärts mit uns – aber richtig! Vor uns lag das Ruhrtal, in welches wir nun geschwind hinunter rollen konnten. Vor der wirklich rasanten Abfahrt durften wir noch einem Revierkampf von Alpakas beobachten – ganz schön heftig. Unten angekommen begrüßte uns die Ruhr und wir folgten ihrem Ufer nun auf der linken Seite.

Bis Witten waren es nicht mal mehr 10 km und so gönnten wir uns einige Fotostopps und eine kleine Pause – schließlich wollten die so nett gepackten Lunchpakete auch genutz werden.

In Witten ging es dann quer durch die Stadt zum Marien Hospital – unseren letzen Mutmachstation für heute. Wir wurden von Frau Dr. Gräser und ihrem Team freundlich empfangen. Zum Fototermin war sogar Herr Schulz von der Klinikleitung mit anwesend. Anna, die in Witten wohnt und unsere AMSOB-Online-Treffen in ihrer Behandlungsphase genutzt hat, war auch gekommen – für mich besonders toll, sie glücklich zu sehen, wissend selbst einen Teil dazu beigetragen zu haben – genau dafür machen wir die Vereinsarbeit ja. Auf Station war auch hier ein großen Buffet aufgebaut und die leitende Oberärtzin Frau Dr. Thale gesellte sich zu uns und wir konnten den Verein und seine Angebote vorstellen.

Der anschließende Weg zum Hotel war nicht lang. Nun schnell unter die Dusche, denn ich hatte noch eine Verabredung. Hier in Witten ist nämlich ein lieber Geschäftsfreund André zu Hause – oder ich muss besser sagen war – wir wären ganz bestimmt heute einen Teil des Weges gemeinsam geradelt, denn er war ein echter Radfreak und echt fit, seine Seele hat sich jedoch Anfang des Jahres dafür entschieden über die Regenbogenbrücke zu radeln. Seine liebe Frau Sabine hat mich abgeholt und wir haben André an seinem Erinnerungsort auf der Lichtung besucht und uns auch beim anschließenden Essen ununterbrochen Erlebnisse mit ihm erzählt – es tat einfach nur gut und fühlte sich unendlich friedlich an. Loslassen ist eine Aufgabe im Leben – gemeinsam und im Glauben kann es gut gelingen. Ich bin unendlich dankbar über diesen schönen Abend müde ins Bett gefallen und mit dem Schutzengel auf dem Nachtisch, den Sabine mir in die Hand gedrückt hat, schnell eingeschlafen.