Etappe 2 am Rhein Weisweil Offenburg

Der Termin im Brustzentrum lag heute erst am Ende der Strecke – das bedeutet mit genug Zeitpuffer an den Start zu gehen, um bei den schönen Entdeckungen entlang der Strecke nicht vorbei rasen zu müssen.

Aber ein Frühstück in Ruhe muss natürlich trotzdem sein. Müsli hatte ich dank Evelyn dabei und der Kaffee stand in der Unterkunft gratis zur Verfügung – also war für mich Alles da. Das liebe Fahrrad verlangte auch nach einem Schluck Kettenöl, der Schotterradweg ist nämlich extrem staubig. Nach einem kleinen Abschiedsschwatz mit der super netten Gastgeberin ging’s dann halbwegs pünktlich auf die Strecke.

Zuerst über die Gartenwege von Weisweil, weiter über die Dörfer und durch die Maisfelder hindurch war der Rhein nach 11 km wieder erreicht.

Hier ist der Radweg so ideal, wie wir uns den gestern geträumt hatten – links der Rhein und rechts Schatten spendende Bäume und immer wieder Nebengewässer über die kleine Brücken führen und so hatte ich bald die Fährstation in Rheinau erreicht. Die Fähre ist trotz Niedrigwasser in Betrieb und kutschiert Auto und Mensch zwischen Deutschland und Frankreich munter hin und her. Ich bin auf der rechten Rheinseite geblieben immer schön auf dem Schotterradweg Richtung Norden. Nach ungefähr 25 km meldeten Kehle und Magen Bedarf an und so kam der Imbiss am Wegesrand wie gerufen. Currywurst und Radler waren ein recht passables Mittagessen.

Frisch gestärkt ging es in analoger Weise weiter über zahlreiche Nebenarme des Rheins. Hier lebt so allerlei Vogelgetier gemütlich in und am Wasser und so hat man immer was zu schauen. Kurz vor Meißenheim führte der Weg am Vältinsschollensee vorbei – da konnte ich mir einen kurzen Sprung hinein an der Badestelle natürlich nicht verkneifen – wie gut, dass ich den Zeitpuffer dafür hatte.

So erfrischt konnte ich dann die Fahrt durch Meißenheim und Ichenheim mit einer kurzen Pause an der St. Jakobuskirche in Schutterwald hinüber nach Offenburg gut bewältigen und war kurz nach 15 Uhr an der Klinik. Also noch genug Zeit für den obligatorischen Coronatest und das Verstauen von Fahrrad und Gepäck bevor ich von der Psychonkologin Frau Vogt und der Brustschwester Frau Gündel empfangen wurde.

Die zwei Frauen kannten unseren Verein vor meinem Besuch noch nicht und so durfte ich viel erzählen über unser Wirken und Wollen und die Mutmachpost präsentieren. Beide werden das Material nun bei der Beratung der Patientinnen gerne einsetzen und bei Bedarf natürlich nachbestellen. Das obligatorische Foto durfte selbstverständlich auch nicht fehlen.

Da es so viel zu erzählen gab, war ich erst 17 Uhr wieder draußen – der Weg zum Hotel war aber gar nicht weit – ich habe ein entzückendes kleines Zimmer und kann nach einem kleinen Stadtbummel und dem Abendessen unter freiem Himmel jetzt ganz bestimmt gut schlafen.

Morgen ist ein echter Touri-Urlaubstag ohne Brustzentrumsbesuch – ich werde mir Straßburg anschauen und dann bis Rheinmünster weiter fahren.