Etappe 10 am Rhein Oberwesel Koblenz

Glückskäfertag – es fing schon gut an mit dem Blick aus dem Fenster – tolle Aussicht auf vernebelte Weinhänge und kein Regen. Also schnell zum Frühstück, die Taschen gepackt und los. Der Nebel verzog sich und es boten sich romantische Blicke am wohl romantischsten abschnitt des Rheins. Schnell war die Loreley und St. Goar erreicht. Es wurde eine echte Stop – Klick -Hop – Tour also Anhalten – Foto machen – Weiterfahen, weil es immer und überall tolle Ein- und Ausblicke gab. Der Radweg war auch meist gut asphaltiert, so dass das Tempo hoch blieb.

Hinter jeder Rheinkurve bot sich ein tolles neues Bild beidseits des Ufers und auch auf dem Rhein selbst gab es durch den regen Schiffsverkehr viel zu kucken. In Boppard sollte es ein tolles Eis geben, war mir von gut unterrichteten Kreisen empfohlen worden – schade nur, dass ich so schnell war, dass die Eiscafés noch gar nicht auf hatten – dann musste eben ein Stieleis vom Imbiss Abhilfe schaffen.

Koblenz zeigte sich schon bald am Horizont und es war gerade mal Mittag – also konnte ich gemütlich durch das immer dichter werdende Getümmel zur deutschesten aller Ecken fahren. Dann hinüber zum Bahnhof zum testen und erstmal Pause im Café.

Als ich da gerade so saß und überlegte wie ich die zwei Stunden bis zum Termin in der Klinik Kemperhof nutzen sollte, traf eine SMS vom gebuchten Apartmenthotel ein – das Zimmer ist schon vorfristig bezugsfertig – und ich war nur wenige Kilometer entfernt. Also rüber zum Hotel und Gepäck abladen, kurz frisch machen und nur mit Mutmachpost-Gepäck auf dem Fahrrad auf zur Klinik – das war natürlich fast wie fliegen. Dort angekommen, hatte ich so auch noch Zeit im Park die Sonne zu genießen ehe Frau Münch (Verantwortliche für Unternehmenskommunikation) und Dr. Arno Franzen (Leiter Brustzentrum) empfangen haben. Neben dem Foto und der Übergabe der Mutmachpost drehte sich das Gespräch auch hier um die passgenauen Beratung der Patienten bei einer Mastektomie und die Gründe für die individuell richtige Entscheidung.

Der Rückweg zum Hotel am Ufer der Mosel war auch ein reiner Genuss und Zeit zum Nachschub ordern der täglichen Unterwegs-Verpflegung blieb auch.

Und dann – ja und dann fand eine lange Funkstelle ein Ende und eine neue Zeitrechnung kann endlich beginnen…

Kurz von vorn…als der Maffay-Fanclub 2009 gegründet wurde, fand ich dort eine Freundin, der Leben trotz der Sozialisation im anderen Teil Deutschlands unheimlich viele Parallelen aufwies – Job, Kinder, leben wollen und so haben wir uns in den darauffolgenden Jahren häufiger besucht auch außerhalb des Fanlebens bis – ja bis ich 2012 meine erste Krebsdiagnose bekam – diese Ausnahmesituation hat unsere Beziehung so wie sie damals war nicht überstanden und der Kontakt schlief ein. Beziehungen hören aber nie auf und wenn noch was offen ist, gibt es auch immer ein neue Chance und so habe ich mir vor ein paar Wochen ein Herz gefasst und angerufen, ob wir uns denn nicht in Koblenz treffen wollen – und genau das hat dann auch statt gefunden. Es gab so unendlich viel zu erzählen, dass die Kellnerin schon besorgt fragte, ob uns das Essen nicht schmeckt, weil wir es auf den Tellern kalt werden lassen mussten – eine Geschichte reihte sich an die nächste und schnell waren wir bei den Fragen, die uns bewegen zum Sinn und Wollen in unseren Leben.

Nur der Zeit gehorchend haben wir uns kurz nach Mitternacht dann getrennt – diesmal aber mit dem Wissen, dass wir in Verbindung bleiben wollen und werden.

Wenn Euch also im Leben irgendwann mal die Verbindung verloren geht, die ihr eigentlich behalten wolltet, dann versucht die zweite Chance – es lohnt sich…

Jetzt ist jedem Leser gerne auch LeserInnen klar, warum der Bericht nicht gestern geschrieben werden konnte. Nachher geht es gleich weiter nach Bad Honnef – bis dahin hört der Regen auch ganz bestimmt auf…