Etappe 1 am Rhein Freiburg Weisweil

…und schon geht es wieder los – die zweite Radtour unter dem Motte „Brustlos nicht rad(t)los“ steht an – diesmal von Freiburg nach Köln – natürlich wieder mit dem Besuch der Brustzentren entlang des Weges um betroffenen Frauen Mut zu machen, den (Fahrrad)-Lenker ihres Lebens fest in der Hand zu behalten und mit dem medizinischen und pflegerischen Personal der Zentren über das Thema Brustlosigkeit und das LEBEN damit ins Gespräch zu kommen.

Gestartet wurde heute früh (29.8.22) von der Wohnung von Evelyn aus, die mich als Freiburgerin und Mitglied von AMSOB auch den ganzen Tag begleitet hat. Den notwendigen Coronatest hatten wir gestern Abend schon erfolgreich absolviert und so konnten wir direkt zu unseren ersten Station im Uniklinikum Freiburg starten. Für Evelyn ein Heimspiel – sie arbeitet hier – das hatte für mich den Vorteil, dass mein Fahrrad sicher in ihrem Büro untergestellt werden konnte.

Die in großen Kliniken oft komplizierte Suche der richtigen Station und Ansprechpartner entfiel durch Evelyns Ortskenntnis natürlich auch und so saßen wir wenig später im Büro von Prof.Dr. Juhas-Böss und wurden von Prof. Taran empfangen. Neben der Übergabe unserer Mutmachpost erhielten wir innerhalb des Gesprächs, das Angebot eine Sprechstunde als Verein in den Räumen der Klinik anbieten zu dürfen – eine spannende Idee, die von Evelyn natürlich in der nächsten Zeit mit der Klinik weiter verfolgt und präzisiert wird.

Nach dem inzwischen beliebten obligatorischen Foto als „Mutmachstation“ im wunderschönen Parkgelände der Klinik stiegen wir wieder aufs Rad und ab ging es zu Station 2….

…die Klinik für onkologische Rehabilitation der Uniklinik Freiburg. Da diese unweit vom Brustzentrum liegt hatten wir noch etwas Zeit bis zum vereinbarten Termin, den wir uns mit Kaffee und Eis verkürzen wollten – dabei ergab sich doch spontan auf dem Gang ein Gespräch mit einer betroffenen Patientin, die unsere Radshirts Klasse fand und so haben wir gleich ein Extra-Mutmachpost-Päckchen an sie.

Empfangen wurden wir vom Ärztlichen Direktor des Zentrums Herrn Dr. Dauelsberg, Frau Gabriel kam als Onkologie-Schwester noch dazu und so entspann sich bei einem Kaffee ein angeregtes Gespräch über den individuellen Weg der betroffenen Frauen im Umgang mit der Erkrankung und der notwendigen ärztlichen und pflegerischen Unterstützung in der Akuttherapie aber eben auch in der anschließenden Rehabilitation. Auch hier durfte natürlich das Foto nicht fehlen.

Jetzt mussten wir uns aber schon sputen, denn wenig später hatten wir den Termin im Brustzentrum Südbaden am evangelischen Diakoniekrankenhaus in Freiburg – einem der zehn größten Brustkrebszentren Deutschlands. Als wir auf das Gelände einbogen und vor dem Haupteingang anhielten wurden wir gleich von einer riesigen Delegation empfangen – dabei waren der Chefarzt Herr Prof. Dr. Watermann, Frau OA Dr. Meister, die Psychoonkologin Frau Verborg, die BCN Frau Teufel und Frau Berg, Herr Jakob als Pressesprecher und Herr Witte von der Strahlentherapie, der gleichzeitig Leiter des Vereins Jung und Krebs e.V. ist. Eine spannende Runde also und da gerade Mittagszeit war wurde das Gespräch auf die Terrasse der Mitarbeiterkantine verlegt und wir bekamen gleich noch ein Mittagessen spendiert. Alle Beteiligten hatten sich bereits auf unserer Webseite über unseren Verein und die Aktion informiert und so hatten wir einen interessanten Austausch auf Augenhöhe – die neutrale Beratung der betroffenen Frauen über alle Therapieansätze wird hier gelebt und ist selbstverständlich, so dass manch konfrontative Äußerung in unserem Informationsmaterial durchaus für Verwunderung sorgte. Wir waren uns am Ende einig, dass gewollte Neutralität in der umfassenden Beratung auch Neutralität bei der Beratung in Selbsthilfegruppen erfordert und auf dieser Basis ein gutes Netzwerk für die betroffenen Frauen aufgebaut werden kann.

Das Gespräch war so spannend, dass wir erst 13:30 Uhr von dort aufgebrochen sind und da hatten wir doch glatt noch 45 km zu radeln – nun aber rasch in die Pedale treten.

Vorbei an den schönen Weinberghängen und Obstwiesen des Kaiserstuhls führte der Weg immer hinab zum Rhein und nach knapp 20 km war dieser in Breisach bei Rheinkilometer 230 dann auch erreicht.

Den Rest des Weges ging es in der Regel direkt auf dem Rheindamm immer Richtung Norden – etwas staubig aber mit gutem Rundumblick auf die Landschaft – mit den notwendigen Ruhe- und Trinkpausen zu meinem Quartier in Weisweil.

Hier wurde ich in der Alten Schmiede mit persönlichem Türschild empfangen – wie nett ist das denn bitte. Das Abendessen haben wir im originellen Automaten-Hofladen besorgt und gemütlich dort verspeist bevor Evelyn wieder auf den Weg zurück nach Freiburg aufgebrochen ist – das 9€-Ticket muss ja auf seine letzten Tage noch genutzt werden – und ich jetzt den ersten Urlaubsabend in meiner schönen kleinen Wohnung hier genieße.

Der erste Tag der Rheintour war echt Klasse und macht Lust auf mehr…Gespräche, Begegnungen, Sonne, fließendes Wasser, Fahrtwind und viel Freude…morgen gehts nach Offenburg..