Tour Fulda/Weser/Ostsee Tag 6 15.06.24

Das Fußballergebnis passt – somit startet heute jeder fröhlich in den Tag – ich auch. Selbst der morgendliche Nieselregen kann die Stimmung nicht wirklich trüben – schließlich sagt die Wettterapp, dass es damit bald aufhört.

Erstmal Frühstücken im Restaurant – heute mit vorgefertigtem Teller aus der Küche und netten ebenfalls radelnden Tischnachbarn – da gab es genug Gesprächsstoff.

Die App hatte recht – der Nieselregen hörte auf und so konnte ich durchs Flachland radeln, allerdings im Gegensatz zu den bisherigen Tagen nicht auf schönstem Asphalt, sondern streckenweise auf Holperpisten mit Schotter, Pflaster und Betonplatten. Die Bilder gleichen sich mal links mal rechts der Weser, Felder, Getier, lustige Warnschilder und Orte mit unzähligen Backsteinbauten.

Dann das Schild „Offene Kirche“. Grund genug vom Fahrrad zu steigen, hinein zu gehen, einen Dank nach oben zu senden, für die vielen Glücksmomente des Lebens in den letzten Tagen und den Wunsch es möge auch den Rest der Reise so sein.

Für die nächste Wegstrecke wurde der Wunsch schon mal erfüllt – meine Lieblingsblumen-Kombi am Wegesrand – Mohn und Kornblumen – dann auch noch ein verstecktes Reh im Feld und schöne Klinkerbauten – wie wunderbar.

Aber ganz so übertreiben mit der Fülle wollte das Universum wohl dann doch nicht – es folgte ein mächtiger Regenschauer mit Sturm – zum Glück für mich in der Nähe einer Unterstellmöglichkeit am überdachten Fahrradständer einer Schule – ich war dort nicht die Einzige, die Unterschlupf suchte.

Lang hat der Schauer nicht gedauert, ordentlich Äste vom Baum geweht hatte es aber schon. Die nächste Pause erfolgte wieder bei Sonnenschein – nur der Wind der blieb ab da ein ständiger Begleiter – heute aus allen Richtungen.

Vorbei an Dorf und Feld dauerte es nicht mehr lang und Verden war erreicht – heute somit die 50-km Pause als Besuch der Aller-Weser-Klinik mit Übergabe der Mutmachpost bei der Chefärztin der Gyn-Station Frau Dr. Brunnbauer. Ich durfte den Verein bekannt machen und es entspann sich ein Gespräch über die Vor- und Nachteile der Behandlungen in großen und kleineren Kliniken , insbesondere dann, wenn Frau nicht die „Regellösung“ möchte. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass hier in der Klinik individuell und umfassend beraten wird, wenn eine Mastektomie ansteht.

Danach waren nur noch knapp 20 km zu absolvieren, jetzt meist neben dem Deich entlang, vorbei an den Bauten und Autos der Reichen und Schönen und schon war das Bootshaus in Achim erreicht.

Heute habe ich in dieser Luxusunterkunft ein Zimmer mit Ausblick zur Weser – sehr hübsch. Das Essen fiel ebenfalls etwas mondäner aus – man gönnt sich ja sonst nix und so kann ich wieder entspannt und zufrieden Fußball schauen – morgen geht’s nach Bremen – der letzten Station an der Weser für mich.