Tour Fulda/Weser/Ostsee Tag 11 20.06.24

Der morgendliche Blick aus dem Fenster meldet Sonnenschein. Das wird ein prima Tag. Erstmal Frühstücken – das war ordentlich. Dann los – sind ja nur 10 min Radweg zur ersten Station heute – der Strandklinik Boltenhagen. Hier hatte ich den Termin mit Frau Dr. Steinmann – der Chefärztin der Onkologie – vereinbart. Nach der Vorstellung des Vereins tauschten wir uns noch über die heutigen Behandlungsansätze aus und wie es den Frauen damit geht, wenn sie zur Reha in die Klinik kommen. Das zweistufige Vorgehen – erst das onkologische Problem beseitigen und dann in Ruhe über den eigenen richtigen Weg im Umgang mit der Mastektomie entscheiden – ist nach Erfahrung der Klinik zu bevorzugen. Nach dem Foto musste Frau Dr. Steinmann gleich zum Vortrag und so verabschiedeten wir uns schnell voneinander.

Bis Wismar waren es noch gut 20 km. Es war eine tolle Fahrt durch Wald und Feld, hin und wieder mit dem Blick auf das Meer und das alles bei bestem Sonnenschein. Da war doch wieder ein so ominöses Umleitungsschild am Straßenrand. Ich blieb kurz stehen und ein netter älterer Herr riet mir dringend diesem zu folgen, wenn ich nach Wismar wöllte – habe ich natürlich gemacht – es war ordentlich ausgeschildert und auch nicht wirklich ein Umweg. Bald konnte ich Wismar am Horizont erkennen und schlängelte mich am Stadtrand entlang zum Sana Hanse Klinikum Wismar.

Gerade hatte ich das Fahrrad verstaut und das Gepäck abgebaut, da kam auch schon Frau Franke von der Ostseezeitung und wir unterhielten uns, Wenig später kam Frau Hoffmann – die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit dazu. Als wir gerade in die Cafeteria unterwegs waren, hatte es dann auch die Chefärztin der Klinik für Gynäkologie Frau Dr. Loj direkt aus dem OP zu uns geschafft. Bei einem leckeren Kaffee hatten wir ein ausführliches Gespräch über den Verein und die Selbsthilfearbeit im Allgemeinen und deren Unterbrechung durch Corona. Das Klinikum versucht gerade wieder die Arbeit der Selbsthilfegruppe für Brustkrebs neu zu initiieren und war sehr froh nun auch Frauen, die eine Mastektomie benötigen, an AMSOB weiterleiten zu können. Danach wurde noch das Foto für Klinik, Presse und mich gemacht und ich konnte starten Richtung Kühlungsborn – das waren noch fast 50 km.

Von der Klinik aus führte der Weg durch den Park, am Rande der Innenstadt vorbei und dann über den Hafen hinaus aus Wismar. Dann war endlich Zeit für eine Mittagspause bei bester Aussicht mit dem Meer in der Ferne. Es war ein beliebter Pausenplatz und so war ich dort auch gar nicht lange alleine und erhielt auch noch Tipps zum Weg und Kühlungsborn gratis dazu.

Dann wieder ne Baustelle – diesmal bin ich aber einfach durch – Helm hab ich schließlich auf und festes Schuhwerk auch an – so kam ich in den Genuss einer neuen leeren Asphaltstraße – die Bauarbeiter waren mit sich beschäftigt und haben mich gewähren lassen – war ja schließlich auch keine Umleitung für Fahrradfahrer ausgeschildert.

Nach der Baustelle führte der Weg in munterem Auf und Ab über die Felder und Dörfer immer mit der Ostsee im Blick – herrlich trotz des Schnief, schnief bergan. Noch eine kurze Trinkpause und der Blick zu einem echten Leuchtturm und dann ab durch die Strandpromenade von Kühlungsborn.

Heute gibts ein Zimmer mit Balkon und Blick auf die Ostsee, ein leckeres Essen direkt im Haus und den Strand direkt vor der Tür – so macht Urlaub richtig Spaß.