Etappe 7 Schönebeck – Bertingen

Heute gab es mal ein schnelles und einfaches Frühstück, denn der erste Termin war bereits für 9:00 Uhr in der Magdeburger Uniklinik angesetzt, denn zu diesem Zeitpunkt war der 24h-Dienst der Oberärztin Dr. Thele zu Ende, die mich empfangen wollte. So ein früher Start hat auch sein Gutes, denn es ist noch kühl und wenig los und man merkt hautnah wie so langsam der Tag erwacht.

Nach einer Stunde war Magdeburg in Sicht und ich fuhr pünktlich an der Universitätsfrauenklinik vor. Der freundliche Security- Herr am Empfang trug mir die Taschen rein und passte auch darauf auf. Dann stand Frau Dr. Thele auch schon vormittags und begleitete mich auf Station. Hier wurden alle verfügbaren Mitarbeiterinnen (u.a. OA Dr. Strecker und die Assistenzärztinnen Frau Hilderscheid und Frau Fettke). Alle haben mir zugehört beim Vorstellen des Vereins AMSOB und der Mutmachpost. Sofort hatte das Team die Idee die Postkarten einzurahmen und im Brustzentrum aufzuhängen. Zum obligatorischen Foto versammelten sich alle vor dem Empfang und dann gingen alle schnell wieder ihrer Arbeit nach und ich zu meinem Fahrrad.

Jetzt hatte ich etwas Zeit bis zum Besuch des Marinestützpunkts Magdeburg, die ich mir auf einer Parkbank mit einem schönen Geburtstagsanruf meiner Fanclubfreundin Kathrin und einem kleinen zweiten Frühstück verkürzte.

Am Marienstift hatte Oberärztin Seidl Dienst und hat diesen für 45 min unterbrochen um mich zu treffen. Auf der Parkbank vor der Klinik haben wir ein reges Gespräch über dem Umgang und die Beratung bei einer Mastektomie geführt. An diesem Krankenhaus jedenfalls wird den Frauen auf eine liebevolle Art reiner Wein eingeschenkt und eindeutig gesagt, dass eine Rekonstruktion die eigene Brust nicht ersetzen kann. So ist es auch konsequent, dass hier nur eine sofortige Rekonstruktion erfolgt, wenn die Frau das unbedingt möchte – ansonsten dürfen die Frau sich Zeit lassen mit Ihrer Entscheidung und sollen erstmal schauen, wie sie nicht sich so ohne Brust zurecht kommen, ehe ein Aufbau gemacht wird. Nach Erfahrung von Frau OA Seidl kommt ein großer Anteil, der Anfangs eine Rekonstruktion wollte, dann doch nicht zurück und lebt selbstbewusst flach mit oder ohne Epithese.

Beschwingt von diesem ehrlichen und liebevollen Gespräch stieg ich wieder aufs Rad quer durch Magdeburg und fuhr rüber auf die andere Elbseite. Nach einiger Suche fand ich auch ein nettes Café, wo ich das Rad nicht aus den Augen lassen musste und trotzdem gemütlich essen und trinken konnte. Dann war es nicht mehr weit bis zum Wasserstraßenkreuz und zur Schleuse Niegripp – der Monte Kali war auch weithin sichtbar.

Am Eiscafé in Niegripp zog mein Lenker doch glatt eindeutig nach rechts – die berühmte Einkehrlenkung und ich kam um eine leckere Erdbeer-Eismilch nicht drumrum ;)

In Rogätz ging es mit der Fähre wieder auf die andere Elbseite – es ist aber hier echt Niedrigwasser – mal sehen wie lange die Fähren noch fahren können. Dann erreichte mich ein Anruf von Thomas, der ja gestern schon die gewünschte Cola als Tourverpflegung geliefert hatte, mit der Frage, ob ich Nachschub brauche – ja klar.

Und so hatte ich nach dem Erreichen meines Quartiers in Beringen in einem ehemaligen Pionierlager (nein ich musste nicht das blaue oder rote Halstuch vorzeigen und auch nicht das Pionierlied vorsingen – gekonnt hätte ich es natürlich noch …“Fröhlich sein und singen, stolz das blaue Halstuch tragen“…;)))) gleich noch mal Besuch – diesmal von Thomas und Sabrina und meine Trinkversorgung ist gesichert und wir haben noch eine nette Zeit verbracht. Nach einem kurzen Bad im lagereigenen – ach nein, heißt ja jetzt resorteigenen – Badeteich lasse ich den Abend nun gemütlich ausklingen.

Morgen fahre ich nach Tangermünde mit einem Abstecher in die Klinik von Stendal.

4 Kommentare
  1. Eveline Pulver sagte:

    Guten Morgen Antje – ich verfolge deinen Blog und werden täglich von Sylvi aus Torgau damit versorgt. Weiterhin eine erinnerungsreiche und Mutmachfahrt mit tollen Gesprächen. Lg Eveline aus Döbrichau

    • Antje Proft sagte:

      Liebe Eveline, ich freue mich sehr, dass Du mich „verfolgst“. Danke für Deine lieben Wünsche. Dir wünsche ich einen tollen Sonntag

      Liebe Grüße
      Antje

  2. Kathrin Pölitz sagte:

    Guten Morgen meine liebe Antje, nochmal vielen lieben Dank für deine gestrigen Geburtstags Glückwünsche. Ich habe mich riesig gefreut. 😘
    Für deine weitere Reise wünschen dir Walli und ich noch ganz viel Kraft und viele tolle Gespräche und Erlebnisse. Du machst das toll. Liebe Grüße Kathrin

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