Etappe 5 Zahna (Elster) – Dessau 23. Juni 2022

Heute war der Frühstückstisch für jeden Gast einzeln gedeckt – auch mal nett. Nachdem ich mir das Frühstück hatte schmecken lassen, war noch kurz Zeit für ein Erinnerungsfoto und dann ab auf die Fahrradpiste. Elke Naujokat von der Frauenselbsthilfe Krebs Sachsen Anhalt, welche mich eigentlich heute ab Wittenberg mit dem Fahrrad begleiten wollte, musste leider krankheitsbedingt absagen – schade. das eröffnete mir aber die Möglichkeit auf dem Weg nach Wittenberg noch einen Zwischenstopp an einer Bockwindmühle einzulegen und mich mit dem Museumswärter nett zu unterhalten – schön, dass es solche Menschen gibt, die sich für diese technischen Denkmale einsetzen und sie uns und den nachfolgenden Generationen geduldig erklären können.

Schon von der Mühle aus war ein Storchennest zu entdecken und auch auf der Weiterfahrt war noch ein(e) Meister(in) Adebar im Nest und auf dem Feld zu entdecken – so aus nächster Nähe ein seltener Anblick – zumindest für mich.

Schnell war Wittenberg erreicht, nur irgendwie habe ich den Abzweig ins Zentrum verpasst und dann führte der Elberadweg schon wieder links über die Brücke raus aus der Stadt – nach gut – ich war ja mit Lea auf unserer Radtour von Leipzig nach Berlin schon mal hier. Somit habe ich nach dem Überqueren der Brücke das nächste Rasthäusel für meine erste Pause genutzt – man muss ja bei der Hitze viel trinken.

Nach nur wenigen Kilometern zwischen den Getreidefeldern hindurch war doch tatsächlich schon der Wörlitzer Park erreicht – drin darf man nicht Fahrrad fahren – aber außen rum auf dem Damm gibt es auch schöne Einblicke auf des Parkgelände. Der Durst wurde auch schon wieder stärker und der Magen meldete sich ebenfalls und so habe ich mich kurzerhand für ein leckeres Mittagessen im Freisitz entschieden – das war eine echt gute Idee und in der Zeit lag ich ja auch super gut.

Erfrischt führte der Weg weiter Richtung Vockerode, unter der Autobahnbrücken der A9 hindurch, wieder durch Wald, Park und Flur und dann war auch schon mein heutiges Nachtquartier das Forsthaus Leiner Berg in Dessau Waldersee erreicht.

Das Zimmer war sogar schon bezugsfertig und so konnte ich mein Gepäck abladen…aber das Tagwerk war natürlich noch nicht vollbracht – Ich hatte mich ja mit den Oberärztinnen des Dessauer Brustzentrums und Grit Lichtblau vom Radio MDR Sachsen Anhalt für 15 Uhr in der Klinik zur Übergabe der Mutmachpost verabredet. Also schnell die notwendigen Sachen gepackt und los – wie ungewohnt fast ohne Gepäck – ich war doch tatsächlich gleich 2 km/h schneller als vorher. Auf der schönen Holzbrücke traf ich auf zwei andere Radlerinnen, die sich gerade mit einem Selfie abmühten und mein Angebot zu fotografieren gern annahmen. So bin ich im Gegenzug auch noch zu schönen Bildern gekommen, während wir uns über Behinderung, Bewegung, Alter und das Wertvolle im Leben ins Gespräch kamen. Dann aber schnell weiter quer durch Dessau und so stand ich pünktlich vor der Klinik und Grit Lichtblau auch. Die Oberärztinnen Frau Ganser und Frau Reimann waren dann auch schnell zur Stelle und an der frischen Luft konnte ich bei einem aufschlussreichen Gespräch die Mutmachpost an die Frau bringen. Besonders ist mir die Frage in Erinnerung geblieben, wie die Menschen, die mich kennen oder nicht kennen auf die sichtbare Brustlosigkeit reagieren – meist nämlich gar nicht – die, die es nicht wissen, sehen es auch eher überhaupt nicht und die es wissen, für die ist es nicht wirklich wichtig im Umgang mit mir – Frau Reimann hat das wirklich schön ausgedrückt mit den Worten „na denen sind Sie ja auch als Mensch wichtig und das zählt – stimmt…

Danach konnte und wollte ich das Angebot von Grit Lichtblau nicht ablehnen, mein Fahrrad in ihr Auto zu laden und mit dem Auto zurück zum Forsthaus zu fahren und dort noch das restliche Interview aufzunehmen. Dieses wird, wenn alles glatt geht morgen 13:40 Uhr im Radio MDR Sachsen Anhalt gesendet – ich bin schon gespannt an welcher Stelle ich dann morgen um diese Zeit auf dem Weg nach Schönebeck bin und wie ich mich selbst so anhöre.

Mein Fahrrad darf Auto. Fahren ;)