Etappe 3 Klipphausen Dröschkau 21.Juni 22
Ja – heute ist Sommeranfang und der längste Tag des Jahres – schöne Ereignisse und das Wetter hat dies ja auch ernst genommen,aber…Für mich ist heute auch zum ersten Mal der Geburtstag eines lieben Geschäftsfreundes an dem ich ihm nicht mehr persönlich gratulieren kann, da er im vorigen Jahr kurz nach seinem Geburtstag überraschend gestorben ist – ich schreibe ihm daher jetzt einfach einen Geburtstagsbrief – der Etappenbericht beginnt dann weiter unten,
Lieber Heiko,
Ich wünsche Dir einen friedlichen Geburtstag, wo auch immer Du den heute begehst. Vor einem Jahr haben wir das letzte Mal miteinander telefoniert und uns nichts Besonderes dabei gedacht – das nächste gemeinsame Treffen für ein paar Tage später war ja schon vereinbart – mhh – dazu sollte es dann aber ja nicht mehr kommen. Inzwischen ist nicht eine einzige Woche vergangen in der ich Dich nicht gerne angerufen oder getroffen hätte – natürlich hauptsächlich mit Fragen unserem Lieblingsthema WDVS – aber nicht nur – besonders an dieser Stelle bist Du für mich nicht zu ersetzen – wenn Jemand sagt „Jeder ist ersetzbar“ kann das so nicht stimmen – der konkrete Mensch, mit dem man sich im eigenen Leben zu einem bestimmten Thema verbunden hat, ist niemals ersetzbar – es bilden sich nur gezwungener Maßen neue Strukturen, um die gestellten Lebensaufgaben zu bewältigen, aber ein Ersatz kann das nicht sein – das ist ja auch anmaßend gegenüber dem der nicht mehr da ist und auch gegenüber dem was neu entsteht.
Unser letztes gemeinsames Projekt habe ich mit Würde, traurigem Herz und einem Lächeln auf den Lippen zu Ende gebracht und auf Grundlage unseres gemeinsam ersonnenen Prüfzyklus für das Gebäude unterschrieben, dass das WDVS bei fachgerechter Verarbeitung 50 Jahre lang hält – wenn dann doch in 49 Jahren Jemand meint, dass diese Aussage für das Objekt nicht stimmt, dann werden wir Zwei zusammen auf der gemeinsamen Wolke wo wir dann sitzen und wieder neue Ideen für Dämmsysteme ersinnen, uns ein Grinsen im Gesicht nicht verkneifen können – es ist ja schon eine wahnwitzige Idee, dass man sich mit einer Unterschrift wirkliche Garantien im Leben erkaufen könnte – wenn das so wäre, hätte ich tausend Zettel unterschrieben, dass ich nicht einen einzigen Tag in meinem Berufsleben ohne Dich verbringen muss – Du fehlst hier – ganz bestimmt nicht nur mir – auch wenn ich weiß, dass es Dir jetzt gut geht. Ich bleibe noch ein bissel hier – habe noch so viele Ideen und Projekte, die umgesetzt werden wollen, aber es tröstet mich schon, dass Du schon da bist, wenn ich dann auch auf die andere Seite des Universums komme – Alles Gute Heiko – Antje
Der Tag begann heute mit einem zünftigen Western-Frühstück inklusive leckeren Pancakes und so war ich schon kurz vor Neun gut gestärkt startklar.
Bei der Fahrt war Meißen mit seinem Dom und den umliegenden Weinbergen schnell in Sicht und die Durchfahrt war gesäumt von vielen schönen Aus- und Einblicken in diese beeindruckende Stadt.



Ich habe den Elberadweg linksseitig zur Weiterfahrt genutzt und bin an vielen bezaubernden Stellen vorbei gekommen – die Fotos können nur einen Teil davon wieder geben.






Nach gut der Hälfte der Strecke knurrte der Magen und so war die erste Bank in Riesa gleich meine und wurde für eine ausgiebige Pause genutzt. Im Stadtzentrum habe ich dann gleich noch meine Vorräte aufgefüllt und weiter ging es – nun über die Brücke hinüber auf die rechte Elbseite.






Der Weg führte mehr oder weniger übers Hinterland entlang von Alleen, durch Wald und Feld und durch die Dörfer. In Mühlberg ging es dann wieder auf die andere Elbseite – auch hier über eine Brücke und kurz darauf war mein heutiges Quartier – das Rittergut Dröschkau erreicht. Der Empfang über handgeschriebene Zettel wollte so gar nicht zum eigentlichen Ambiente passen. Das Haus ist ordentlich saniert und das Zimmer echt nobel – dass Bad auch vom Feinsten – aber das Restaurant hat zu, zu Trinken gibt es im Kühlschrank stehende Aldi-Plastikflaschen und das Internet ist auch echt mau. Das sieht ganz so aus als hat man sich hier bei der Unterhaltung des Betriebes übernommen oder die Corona-Einschränkungen nicht gut überlebt. Egal ich habe ein tolles Bett zum Schlafen und Proviant für Notfälle habe ich eh immer dabei – schließlich sind Lea und mir bei unseren Radreisen in Frankreich auch ähnliche Situationen unter gekommen.






Morgen gehts weiter über Torgau – mit Brustzentrum – nach Zahna – Elster – das werden über 75 km – ordentlich eingefahren habe ich mich ja jetzt.













Liebe Antje – ich bin über Sylvia Quandt auf deine Radtour aufmerksam gemacht worden. Wir sind aus Torgau und uns verbindet der Besuch im gleichen Fitnessstudio und der gemeinsame Besuch eines Nähkurses. Auch ich bin Brustkrebspatientin bei Dr. Simon KKH Torgau und wünsche dir viel gelungene Erfahrungen auf deiner Radtour . Herzlichst Evi Pulver
So viele unterschiedliche Eindrücke an einem einzigen Tag! Danke für´s Teilen. (Und ich hoffe, dein Brief findet seinen Adressaten, irgendwo „auf der anderen Seite des Universums“…. )