Etappe 12 Lauenburg Hamburg

Endspurt – heute Nachmittag werden wir in Hamburg ankommen – WIR, weil Annette liebenswerter Weise die letzte Streckenetappe und den morgigen Tag in Hamburg wieder mitradelt. Nach einem Frühstück mit tollem Ausblick über die Elbe machten wir uns also auf den weg über die Kopfsteinplasterstraßen von Lauenburg und auch wenn ich es mir vorgenommen hatte hier die netten Fachwerkhäuser zu fotografieren, blieb es beim Wollen, ich war froh den Lenker fest Inder Hand zu halten und erst wieder etwas entspannt als wir die Brücke zur anderen Elbseite erreichten. Dort war eine besondere Herausforderung in Form einer steilen Treppe in den regulären Radweg eingebaut – zum Glück waren ihr zu zweit- alleine hätte ich das Fahrrad mit Gepäck dort nicht hinunter bekommen. Nach dieser Anstrengung führte der Weg mit einem schönen Blick auf das gegenüberliegende Lauenburg im er am Ufer der Elbe entlang Hier hatte ich mir vom Hotel aus schon eine tolle Badestelle ausgeguckt, denn ich als ein Immer-und-überall-Bader kann mir doch bei einer so langen Fahrt an einem Gewässer das Bad darin nicht entgehen lassen und so haben wir schon nach wenigen Kilometern die erste Pause dafür eingelegt – es war natürlich herrlich.

Erfrischt stiegen wir wieder in en Sattel und haben bis zur nächsten Pause auf einem Campingplatz direkt am Deich noch nicht mal mehr zum Fotografieren angehalten. Aber eigentlich kennt ihr den Blick in die Landschaft schon, das ist der gleiche wie an den Tagen zuvor- die Elbe auf der einen Seite und auf der anderen Seite, Felder, Vögel und weites Land.

Dann sind wir kurz vom Elberadweg abgebogen und die ca. 5 km nach Winsen zum dortigen Brustzentrum gefahren. Dort waren wir etwas vor der vereinbarten Zeit da, haben die Fahrräder schön in Sichtweite des Eingangs an der Laterne angeschlossen und baten um Einlass – denkste – es folgte die Erklärung, das die Fahrräder dort nicht stehen dürfen, weil es verboten sei – eine inhaltliche Begründung, warum oder eine Ausnahmeentscheidung folgte nicht und so mussten wir die Fahrräder zum offiziellen Fahrradabstellplatz umparken. Dann zweiter Versuch zum Einlass, wir gaben an beim wo wir unseren Besuch vereinbart haben und wurden doch glatt an die Anmeldung direkt gegenüber verwiesen, die würde auf der Station anrufen. Ab diesen Zeitpunkt verlief der Termin wie Butterschnitte: Frau Corsten (Psychoonkologin) kam und nahm uns liebevoll in Empfang und wir wurden zur Station geführt. Hier war in einem Raum schon ein Tisch mit Wasser und Keksen vorbereitet. Frau Klisz, die BCN hier, kam auch noch dazu und auch die Pressereferentin der Klinik. Es folgte ein entspannter Austausch über Brustkrebs, die gewollten Therapien, genutzte Entscheidungshilfen, die Radreise, das Mutmachen und den Entscheidungsprozess der Frauen. Auch an diesem Brustzentrum wird den betroffenen Frauen viel Raum, Zeit und Unterstützung gegeben, um zu der für sie richtigen eigenen Entscheidung zu kommen – unser neues Mutmachmaterial wurde dabei dankend entgegen genommen. Die Mutmachstation-Fotos durften zum Abschluss natürlich auch nicht fehlen.

Durch das interessante Gespräch haben wir gar nicht gemerkt wie die Zeit verging und so waren wir schon etwas spät dran, denn wir wollten ja pünktlich im Mammazentrum Jerusalem ankommen und bis dort hin waren es noch 35 km. Also erstmal schnell wieder hinunter zur Elbe und dann hinüber mit der Fähre und dann ab durch die Hamburger Deichlandschaft.

Nach noch einer kurzen Trinkpause auf der Strecke kam dann doch die Hamburger Silhouette in Sicht und die Beine wurden immer schneller – Endspurt beflügelt. Der Radweg in die City rein ist wirklich gut ausgebaut und so radelten wir vergnügt direkt zwischen Innen- und Außenalster dem Mammazentrum entgegen. Hier wurden wir sofort strahlend vom Geschäftsführer Herrn Kuhlmann empfangen und die BCN Frau Lübbermeyer kam auch gleich dazu. Für uns alle und die ebenfalls anwesende ehemalige Patientin Hiltrud, die wie wir ebenfalls flach ihr schon langes Leben genießt, war im Gartenrestaurant ein Tisch reserviert und wir wurden mit kalten Getränken und Flammkuchen auf Kosten des Hauses verwöhnt. Auch dabei entwickelte sich selbstverständlich ein Gespräch über die Therapien, den Umgang damit und die Finanzierung der Stellen für die BCN und deren so wichtige Arbeit bei der Beratung der Frauen. Aber natürlich drehte sich das Gespräch auch ein Stück weit ums Radfahren, die Entspannung, die man dabei findet und die äußerst lohnenswerte Reise entlang des Elberadweges. PD Dr. Friedrichs kam liebenswerter Weise auch noch zu einem kurzen Plausch vorbei und als ich verriet, dass ich aus Leipzig bin, fiel ihm gleich Prof. Köhler ein – das ist mein Operateur – jetzt darf ich viele Grüße an ihn nach Leipzig überbringen. Das Mutmachstation-Foto durfte auch hier nicht fehlen und so sind wir erst 1,5 h später wieder aufgebrochen und zu Annette nach Hause gefahren und dann auch schnell in die Betten verschwunden.