Etappe 10 Wittenberge Dömitz

Am Morgen weckten mich die Möwen vom Hafen mit ihren Rufen – da war es schon 6:30 Uhr – hab ich tatsächlich mal richtig lange geschlafen. Meine Möwe war nicht dabei, die ist wie es sich gehört gerade da wo sie hingehört – auf Usedom – weiß ich aus gut unterrichteten Kreisen ;)

Gut gelaunt erledigte ich die Packerei, hatte ein nettes Frühstück mit Blick auf die Elbe und ab in den Sattel. Immer oben auf dem Deich lang, obwohl dort Kies lag und der Radweg neben dem Deich asphaltiert war – aber da hat man ja nicht so eine schöne Sicht auf das Wasser und die drumherum gedeihenden Pflanzen und Tiere.

Nach gut 20 km war mir nach einer Pause und es fand sich auch eine nette Hütte. Bald gesellte sich noch ein Radfahrerpärchen hinzu, nein stimmt nicht ganz, die Frau setzte sich zu mir und der Mann inspizierte alle Tafeln mit historischen Informationen und die umliegenden Gebäude. Wir kamen ins Gespräch über das übliche Woher und Wohin und dann in meinem Fall auch zum Warum. Auf die Information, dass ich alle Brustzentren am Weg besuche, folgte die Frage, ob ich denn beruflich damit etwas zu tun hätte – dass ich selbst betroffen bin, war also trotz bereits mindestens 15 min Gespräch nicht aufgefallen – das bestätigt mal wieder meine sonstige Wahrnehmung – Dein Gegenüber sieht dich als Person und scannt nicht während des Gesprächs deinen Körper nach eventuellen Defiziten- schön, dass das so ist.

Gerade fragte ich nach dem Markt in Hitzacker, wo ich mich ja morgen mit der Reporterin der Elbe-Jetzel-Zeitung treffen will, da rief die erwähnte Reporterin auch schon an und wir haben uns für 11 Uhr verabredet – das Universum wusste offenbar mal wieder Bescheid.

Auf dem Weiterweg hat sich der Anblick der großartigen Elbauenlandschaft nicht wesentlich verändert – es gab immer etwas zu entdecken und so waren die nächsten 20 km im Nu absolviert. Da fand ich für die Pause ein nettes kleines Café mit kühlen Getränken und Hausmannskost – ganz nach meinem Geschmack. Außerdem war noch ein anderer Alleinradler da, der die gleiche Endstation heute hat wie ich und so haben wir uns zum Abendessen verabredet.

Dann waren nur noch 14 km übrig und ich hatte das Hotel erreicht. Hier haben sie sich für die Schlepperei mal was Gutes einfallen lassen – frau bekommt einen Bollerwagen – Klasse Idee. Das Fahrrad muss im Schuppen schlafen- ich dagegen in einem tollen Hotelzimmer, außerdem darf ich mich im Pool abkühlen und habe inzwischen bei einem interessanten abwechslungsreichen Gespräch zu Abend gegessen. Das war doch echt ein Glückskäfer- Urlaubstag. Morgen wird die Etappe mit 75 km ein ganzes Stück länger und so bette ich mich jetzt zur Ruhe und sammle Kraft für morgen.