Donautour Etappe 16 Ardagger Melk 05.09.23

Auf der Sonnenseite ist es eben auch nicht immer richtig….nach ausgiebigen Frühstück und Telefonieren ging es heute kurz vor zehn Uhr auf die Strecke. Das Navi zeigte eindeutig den Weg zurück über die Brücke auf die im Sonnenschein liegende Nordseite. Eigentlich hätte ich schon stutzig werden müssen, dass ganz viele Radler über die Brücke kamen und auf der Südseite abbogen, auch an der Fähre auf der Nordseite stand ne riesige Radfahrertraube, die zur Südseite wollte..aber nein Navi hat ja Recht – ich fahre Nordseite – eine Kilometer später hatte ich den Salat – ein großes Schild wies darauf hin, dass die nächsten 11 km Donauradweg hier direkt auf der Bundesstraße entlang führen, teilweise sogar ohne Seitenstreifen – na toll – aber umkehren wollte ich da auch nicht mehr. Augen zu und durch – so schnell bin ich mit Gepäck wahrscheinlich noch nie 11 km gefahren – Fotostopps gabs da natürlich keine.

Danach wurde es besser und der Radweg war ein Stück weg von der Straße am Donauufer oder durch die Orte daneben. Sehnsüchtig schielte ich jedoch immer wieder auf die Südseite, wo die Radler wie auf einer Perlenschnur aufgereiht am Ufer im Schatten lang fuhren – und so nutzte ich die nächste passende Gelegenheit – nämlich dieSchleuse Persenbeug und wechselte auch auf die Südseite – ne echt gute Idee, denn an der Ecke gab es gleich ein schönes Café für ne Pause.

Jetzt hatte ich die besten Ausblicke auf die Nordseite und den schönen Uferweg ohne Straße – aber natürlich nun mit vielen Schiff-Rad-Reisenden in Pulkformationen – nicht so einfach beim Überholen (..ja genau auf gerader Strecke überhole ich die E-Biker inzwischen ;))

Der nächste Ort war Ybbs – also für alle Stadt-Land-Fluss-Spielbegeisterten – das ist ein Ort mit Y! Hochwasser haben die hier schon oft erlebt – steht zumindest an der Mauer dran – aber immer wieder alles hübsch hergerichtet.

Es war wirklich eine schöne Radstrecke mit vielen, vielen schönen Ausblicken – nur an den Imbiss- und Restaurant-Stationen sammelten sich natürlich auch die Radlerpulks – da habe ich eine einsame Bank für die Pause vorgezogen.

Übrigens gab es heute das erste Mal auf der gesamten Strecke ordentlich Gegenwind – aber bei der schönen Sonne war das nicht so dramatisch. Es war auch nicht mehr weit bis Melk – die Stiftskirche war schon weithin über dem Ort zu erkennen. Wie geplant, war ich zeitig im Hotel, um mir den Ort und den Stift anschauen zu können.

Nach einer kurzen Pause hatte ich genug Kraft für den Aufstieg zum Stift und konnte vor der Führung durch das Museum, die Bibliothek und die Kirche noch den sehr liebevoll gestalteten Park besuchen – ein Rundfunk bleibendes Erlebnis.

Im Museum und in der Bibliothek durfte man leider nicht fotografieren- aber auf der Aussichtsplattform, die den weltlichen Teil de s Stifts (wo die Kaiser empfangen wurden) mit dem spirituellen Teil (wo die Mönche wohnen) verbindet und in der Kirche waren Aufnahmen möglich – also dieser Ort ist wirklich eine Reise wert – man muss ja nicht unbedingt mit dem Fahrrad anreisen ;)

Nach der Besichtigung habe ich noch meine Vorräte für unterwegs im hiesigen Supermarkt aufgefüllt und schnell was gegessen. Morgen geht‘s durch die Wachau nach Krems – Jeder, aber wirklich jeder mit dem ich am Rande der Strecke gesprochen habe und der die Tour bis Wien schon kennt, hat von der Wachau geschwärmt – ist ein Weltkulturerbe – na ich bin gespannt. Jedenfalls ist morgen die Nordseite die Richtige – ich habe mich da vorsichtshalber mal belesen heute ;)