Dunkel war es als ich kurz nach sechs Uhr in Köln gestartet bin und sogar trocken. Der Weg war gut ausgeleuchtet und erwartungsgemäß war noch nicht viel los. Es waren viele Industriegebiete zu durchqueren bei der Fahrt in den erwachenden Tag. Es wurde heller aber auch Naß, so dass doch die Regensachen rausgeholt werden mussten. Aber was sagte schon mein Halbmarathon-Trainer 14°C und Regenwetter ist Bestzeitenwetter und so km ich gut voran. Nach 30 km musste ich aber dann doch mal Pause machen – ganz glückskäferlike fand ich dafür einen überdachten Sitzplatz am Biergaten des Hotels „Vater Rhein“

Ab da waren es nur noch eine Stunde zu fahren bis Düsseldorf – wieder führte mich eine Autobahnbrücke über den Rhein. Jetzt war ich doch glatt eine ganze stunde zu früh da und es regnete Bindfäden – aber das Glückkäfertum war mir wieder hold – ich fand einen trockenen Platz in der Stoffeler Kapelle nur wenige hundert Meter von der Uniklinik entfernt. Dort strahlte mich von den Wänden vielfach das Wort an, was ich auch schon die ganze Zeit im Kopf hatte „DANKE“

  • Danke dafür, dass ich diese Idee hatte
  • Danke dafür, dass mein Körper das Alles nahezu klaglos mitgemacht hat
  • Danke an dieses wundervolle Fahrrad, dass ohne die kleinste Panne durchgehalten hat
  • Danke an die Mitradlerin, Medienverantwortlichen, Logogestalterin und alle Unterstützer von AMSOB
  • Danke an alle Berichteleser und -liker
  • Danke an alle Ausrüstungsschenker
  • Danke an alle, die mich an den Brustzentren- Mutmachstationen mit so viel Herzlichkeit empfangen haben
  • Danke für die Offenheit für das brustlose Leben
  • Danke für die Beiträge in Presse, Funk und Fernsehen
  • Danke für die Treffen und Gespräche am Rande der Tour UND
  • DANKE AN DAS LEBEN

An der Frauenklinik der Uni Düsseldorf gab es dann noch einen herzlichen Empfang durch Frau Dr. Mohrmann – die Koordinatorin des Brustzentrums und Frau Dr. Neubacher – Assistenzärztin am Brustzentrum. Zuerst wurde mir das Brustzentrum gezeigt und wir haben gleich die Flyer und Mutmachpost am empfang ausgelegt, dann kamen noch Dr. Bizjak, Dr. Winterer und Schwester Albina und Valentina fürs Foto dazu UND…analog zur Elbetour gab es an der letzten Mutmachstation auch hier einen riesengroßen rosa Blumenstrauß für mich – auch dafür DANKE!

Der Weg zum Hotel war kurz, allerdings war bis zur offiziellen Eincheckzeit noch 3 Stunden Zeit und ich war pudelnass – das Glückkäferleben ging aber nahtlos weiter – für ganze 10 € Zusatzgebühr durfte ich sofort ein Zimmer beziehen. Nach dem „Trockenlegen“ habe ich mich noch etwas durch Düsseldorf treiben lassen, bin im Hafenbiergarten beim Fußballschauen hängen geblieben und dann zurück zum Hotel geschlendert – jetzt ist die Tour tatsächlich zu Ende – es war echt wundervoll – ich muss das erstmal Alles verdauen – dann werden bestimmt neue Ideen entstehen.

Zeitig Aufstehen war heute angesagt, denn das Drehteam von Frau TV wollte 7:30 Uhr da sein und mit der Begleitung der Etappe bis nach Bonn beginnen. Und dann ging es auch schon los – winken vom Balkon (dabei bin ich gar nicht die Queen), Dreh im Zimmer beim Packen, Interview, Dreh beim Verlassen des Zimmers und Vorbereiten des Fahrrades – vieles wird da mehrmals gemacht und so war es Ruckzuck kurz vor Neun – schnell noch einen Kaffee und in das Brötchen beißen, welches der nette Wirt extra für mich gemacht hatte, und dann losfahren – natürlich wieder mit Dreh. Dann bekam ich ne GoPro an das Fahrrad geschnallt und durfte allein den Radweg nach Bonn fahren. Am Fuße des Venusberges in Bonn wollten wir uns wieder treffen. Bis dahin waren es ungefähr 15 km, die sich direkt erst am rechten Rheinufer bis zur Brücke und dann durch Bonn schnell wegradeln ließen. Dann stand ich am Fuß des Venusberges – vom Drehteam nichts zu sehen. Also anrufen – die waren schon oben, wegen der fortgeschrittenen Zeit – also durfte ich das Rad alleine durch den Wald hoch schieben – ich kam ganz schön ins schwitzen. Oben wurde es wieder flacher und so konnte ich beim Team des Brustzentrums elegant vorfahren. Gekommen waren Prof. Dr. Faridi (Direktor des BZ), die Assistenzärztin Dr. Lindner und die BCN Frau Dogan. die Unterhaltung war durch die Anwesenheit des Drehteams recht abwechslungsreich, denn es wurden auch Zwischenfragen gestellt und ständig die Kameraposition verändert. Definitiv ist hier das ganze Team um das Wohlergehen der von Brustkrebs betroffenen Frauen bemüht und entscheidet nach kompletter Aufklärung über alle Behandlungsmethoden gemeinsam mit den Patientinnen den individuell passenden Weg. Die Mutmachpost wollen sie als Poster im Brustzentrum aufhängen.

Auf der Bank haben wir dann noch ein weiteres Interview gedreht und dann sollte noch das Schieben auf den Berg hoch nachgedreht werden. Das haben wir dann auf der Straße gemacht – das war natürlich viel leichter als im Wald – also, wenn ihr das dann seht – glaubt nicht, dass es auf den Berg hoch so einfach war wie es da aussieht. Dann durfte ich durch den Wald hinab allein zum Johanniterkrankenhaus fahren und war auch nur wenig später da als das Drehteam. Insgesamt kamen wir aber durch den Schiebe-Nachdreh eine halbe Stunde zu spät – Der Leiter des Brustzentrums Prof. Dr. Göring und die stellvertretende Leiterin Frau Maraite hatten aber geduldig auf mich gewartet. Das Gespräch und die Übergabe der Mutmachpost – die auch hier wieder super gut ankam – erfolgte vor der Klinik – da war das Drehen einfacher zu händeln. Die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen wird hier sehr begrüßt, um die Patientinnen durch die Therapie hindurch zu leiten und den Lebensmut zu stärken.

Anschließend sind wir das Parkrestaurant „Rheinaue“ gefahren, um endlich ordentlich zu essen und das Interview zu beenden. Dann mussten noch einige Fahraufnahmen am Rhein gemacht werden und ein paar Fotos – das war dann kurz nach 15 Uhr geschafft -ich hatte jetzt auch „nur noch“ knapp 40 km nach Köln vor mir.

Immer am linken Rheinufer entlang habe ich natürlich ordentlich in die Pedale getreten, den dunklen Regenwolken konnte ich auch lange ausweichen und kam gut voran – irgendwann mussten dann doch die Regenklamotten zum Einsatz kommen und in Begleitung von Regenschauern kam ich Köln immer näher und näher – bald war der Dom schon zu erkennen und dann stand ich doch echt auch davor – schön das geschafft zu haben. Im Hotel ist der Besitzer so nett, dass ich mein Fahrrad direkt im Gang vor dem Zimmer stehen lassen darf, denn morgen geht es noch früher los, denn ich werde ja zum Abschluss der Tour um 11 Uhr in der Uni Düsseldorf empfangen und bis dahin sind es knapp 45 km – also werde ich jetzt mal rasch schlafen gehen.

Der Tag fing recht melancholisch an, der gestrige Abend wirkte noch nach – die Freude über die gestrige Begegnung mit der verlorengegangene Freundin mischte sich mit der Trauer über die verpasste Zeit und den ja jetzt schon wieder schnellen Abschied. Da hilft Bewegung ja bekanntlich am Besten und so habe ich ordentlich in die Pedale getreten und dabei den Gedanken und Tränen freien Lauf gelassen – einen Blick für die Umgebung hatte ich dabei nur wenig – war ja aber nicht schlimm, es ging eh die meiste Zeit durch Industriegelände oder große Straßen. Dann war auch noch eine nette steile Treppe im Weg und endlich war ich am anderen Ufer. Hier wurde es etwas besser, denn- es gab einen schönen Asphaltweg mit Bäumen direkt am Ufer.

Darüber gelangte ich schnell nach Neuwied. Hier erwartete mich im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied die Psychoonkologin Frau Ahmann zum Gespräch, später kam noch Frau Dr. Brathuhn von der Frauenselbsthilfe Krebs dazu. Wir sprachen lange über unsere Erfahrungen mit den Krebserkrankungen und natürlich insbesondere Brustkrebs. Die Mutmachpost wurde begeistert entgegen genommen und gleich heute Nachmittag beim Patientinnentreffen präsentiert.

Nach dem schönen Gespräch konnte ich mit neuen Gedanken die schöne Umgebung in den zu durchfahrenden Orten Ihrlich, Leutesdorf, und Rheinbrohl genießen. In Linz war sogar nun endlich auch ein richtiges italienisches Eis drin.

Dann war es auch nicht mehr weit zu meinem Hotel in Bad Honnef. Heute wohne ich direkt am Drachenfelsen – Tabaluga ist bestimmt gar nicht weit weg. Vorhin habe ich noch ein kurzes Gespräch mit der Redakteurin von Frau TV auf der Terrasse geführt, denn morgen wird die Radtour von hier bis Bonn vom Fernsehteam begleitet – ich bin schon total gespannt, wie das wohl wird und wann ich dann den restlichen Weg bis Köln morgen radeln kann.

Glückskäfertag – es fing schon gut an mit dem Blick aus dem Fenster – tolle Aussicht auf vernebelte Weinhänge und kein Regen. Also schnell zum Frühstück, die Taschen gepackt und los. Der Nebel verzog sich und es boten sich romantische Blicke am wohl romantischsten abschnitt des Rheins. Schnell war die Loreley und St. Goar erreicht. Es wurde eine echte Stop – Klick -Hop – Tour also Anhalten – Foto machen – Weiterfahen, weil es immer und überall tolle Ein- und Ausblicke gab. Der Radweg war auch meist gut asphaltiert, so dass das Tempo hoch blieb.

Hinter jeder Rheinkurve bot sich ein tolles neues Bild beidseits des Ufers und auch auf dem Rhein selbst gab es durch den regen Schiffsverkehr viel zu kucken. In Boppard sollte es ein tolles Eis geben, war mir von gut unterrichteten Kreisen empfohlen worden – schade nur, dass ich so schnell war, dass die Eiscafés noch gar nicht auf hatten – dann musste eben ein Stieleis vom Imbiss Abhilfe schaffen.

Koblenz zeigte sich schon bald am Horizont und es war gerade mal Mittag – also konnte ich gemütlich durch das immer dichter werdende Getümmel zur deutschesten aller Ecken fahren. Dann hinüber zum Bahnhof zum testen und erstmal Pause im Café.

Als ich da gerade so saß und überlegte wie ich die zwei Stunden bis zum Termin in der Klinik Kemperhof nutzen sollte, traf eine SMS vom gebuchten Apartmenthotel ein – das Zimmer ist schon vorfristig bezugsfertig – und ich war nur wenige Kilometer entfernt. Also rüber zum Hotel und Gepäck abladen, kurz frisch machen und nur mit Mutmachpost-Gepäck auf dem Fahrrad auf zur Klinik – das war natürlich fast wie fliegen. Dort angekommen, hatte ich so auch noch Zeit im Park die Sonne zu genießen ehe Frau Münch (Verantwortliche für Unternehmenskommunikation) und Dr. Arno Franzen (Leiter Brustzentrum) empfangen haben. Neben dem Foto und der Übergabe der Mutmachpost drehte sich das Gespräch auch hier um die passgenauen Beratung der Patienten bei einer Mastektomie und die Gründe für die individuell richtige Entscheidung.

Der Rückweg zum Hotel am Ufer der Mosel war auch ein reiner Genuss und Zeit zum Nachschub ordern der täglichen Unterwegs-Verpflegung blieb auch.

Und dann – ja und dann fand eine lange Funkstelle ein Ende und eine neue Zeitrechnung kann endlich beginnen…

Kurz von vorn…als der Maffay-Fanclub 2009 gegründet wurde, fand ich dort eine Freundin, der Leben trotz der Sozialisation im anderen Teil Deutschlands unheimlich viele Parallelen aufwies – Job, Kinder, leben wollen und so haben wir uns in den darauffolgenden Jahren häufiger besucht auch außerhalb des Fanlebens bis – ja bis ich 2012 meine erste Krebsdiagnose bekam – diese Ausnahmesituation hat unsere Beziehung so wie sie damals war nicht überstanden und der Kontakt schlief ein. Beziehungen hören aber nie auf und wenn noch was offen ist, gibt es auch immer ein neue Chance und so habe ich mir vor ein paar Wochen ein Herz gefasst und angerufen, ob wir uns denn nicht in Koblenz treffen wollen – und genau das hat dann auch statt gefunden. Es gab so unendlich viel zu erzählen, dass die Kellnerin schon besorgt fragte, ob uns das Essen nicht schmeckt, weil wir es auf den Tellern kalt werden lassen mussten – eine Geschichte reihte sich an die nächste und schnell waren wir bei den Fragen, die uns bewegen zum Sinn und Wollen in unseren Leben.

Nur der Zeit gehorchend haben wir uns kurz nach Mitternacht dann getrennt – diesmal aber mit dem Wissen, dass wir in Verbindung bleiben wollen und werden.

Wenn Euch also im Leben irgendwann mal die Verbindung verloren geht, die ihr eigentlich behalten wolltet, dann versucht die zweite Chance – es lohnt sich…

Jetzt ist jedem Leser gerne auch LeserInnen klar, warum der Bericht nicht gestern geschrieben werden konnte. Nachher geht es gleich weiter nach Bad Honnef – bis dahin hört der Regen auch ganz bestimmt auf…

Der Start in den Tag war ziemlich gemütlich – schließlich gab es bei Grit einen Rundumservice inklusive Wäschewaschen. Gegen 9:30 Uhr ging’s auf die Strecke – hoch auf den Freudenberg – daliegt nämlich die Helios Horst Schmidt Klinik (kurz HSK) von Wiesbaden. Das Strampeln hoch war jedoch weniger freudig in dem dichten Verkehr und mit den Baustellen.

In der Klinik wurde ich dann von Oberärztin Dr. Agrar und der BCN Silke Radu empfangen, die sich trotz laufender Sprechstunde Zeit für ein Gespräch genommen haben – auch hier wurde die Mutmachpost gern entgegen genommen – bietet sie doch die Möglichkeit ohne schockierende Bilder mit den Patientinnen über diese Therapiemethode ins Gespräch zu kommen.

Danach kam auf dem Freudenberg tatsächlich noch Freude auf – es folgte nämlich eine lange Abfahrt hinunter zum Rhein bevor es wieder über eine Autobahnbrücke hinüber auf die andere Rheinseite ging.

Dem Lärm und Staub entflohen, habe ich erstmal eine Pause direkt am Rheinufer gemacht, bevor es nahezu schnurgeradeaus immer am Rhein entlang weiter ging. Der Weg führte entlang von Budenheim, Frei Weinheim, Gaulsheim bis zur Hindenburg-Brücke (im 2. Weltkrieg zerstörte Eisenbahnbrücke, wo ich mir am nahegelegenen Zeltplatz eine Currywurst genehmigte.

Danach begann die Rheinradtour-Genussstrecke – Weinhänge, Schlösser, Burgen, Fachwerkhäuser uuund….eine Sandstrand-Badestelle. Da hielt nicht natürlich nix mehr im Sattel – ein Bad im Rhein muss schließlich sein.

Die Fähren fahren auch hier trotz Niedrigwasser – ich wollte ja aber auf dieser Seite bleiben und fuhr weiter mit einem kurzen Abstecher nach Bararach bis zu meinem Quartier in Oberwesel. Heute habe ich einen tollen Ausblick auf den Rhein – vorhin sogar mit Regenbogen nach dem Gewitter und lecker thailändisches Essen direkt im Haus. Morgen werde ich Koblenz erreichen- ich freue mich drauf.

Früh starten war angesagt, denn wir wollenden 13:30 Uhr in Mainz am Marienhaus in Mainz sein und bis dahin sind es knapp 50 km. Das Frühstück dürfen wir uns diesmal selbst zubereiten, der Kühlschrank in der Park Villa war gut gefüllt und Brötchen gab es beim Bäcker um die Ecke. Dem Start um 8 Uhr mit gut gefülltem Magen stand also nichts im Wege.

Es war ein herrlicher Morgen zum Fahrradfahren. Am Fluß entlang, durch Alleen mit riesigen Bäumen und mit einen tollen Ausblick auf den Odenwald.

Abwechslungsreich führte der Weg dann auch mal durch den Wald und über die Felder, an einer Wetterstation vorbei und auf dem Damm mit tollem Ausblick. Nach 30 km brauchten wir dann aber trotzdem eine Pause, mangels Bank eben mit einer guten Sitzposition im Gras. Die Nähe der Stadt und der weitere gute Radweg ließen sich hier schon deutlich erahnen – kamen doch ununterbrochen Flugzeuge am Himmel und Renn- und Liegeradfahrer auf dem Weg vorbei, während wir da so saßen.

Es war auch wirklich nicht mehr weit bis wir die Rheinseite wechseln wollten – die Komoot-App hatte sich dafür tatsächlich die Autobahnbrücken rausgesucht – also fuhren wir auf schmalem Weg direkt neben den donnernden LKW rüber – wenn dann noch Radfahr-Gegenverkehr kam, wurde es ganz schön eng und unheimlich. Am anderen Ufer erwarteten uns erst viele Gewebegebiete und dann strampelten (Evelyn) oder schoben (ich) wir über den Berg hinüber zur Klinik. Wir waren pünktlich vor Ort um noch den Coronatest zu absolvieren und uns etwas zu akklimatisieren.

In der Klinik führten wir ein kurzes nettes Gespräch mit der BCN Schwester Irmard Rogles, die hier liebevoll die Patientinnen von der Erstdiagnose bis zur Genesung oder wenn es eben so sein muss auch beim Sterben begleitet. Anschließend kam der Chefarzt Prof. Dr. Hönig noch zum Fototermin dazu und wir übergaben ihm die Mutmachpost.

Für die restlichen 15 km zum St. Josef Hospital Wiesbaden hatten wir nun genug Zeit um durch die Mainzelmänchenstadt wieder hinüber zu kommen und auch dort den Berg hinauf zu fahren (diesmal beide ;)) zur Klinik.

Auf der Terrasse der Cafeteria genehmigten wir uns erstmal einen Eiscafé bevor wir an einem extra aufgebauten Stand neben dem Haupteingang mit Infomaterial, Häppchen und Getränken vom Team des Brustzentrums empfangen wurden. Inzwischen war auch Grit aus unserem Verein, die ja hier in Wiesbaden lebt, zu uns gestoßen und so konnten wir unsere Erfahrungen mit Frau Dr. Hammerle (OA und Leiterin des BZ), Frau Dr. Waldorff (Oberärztin, Frau Fechner (die den tollen Empfang organisiert hat) und den Assistenzärztinnen Frau Stürmer und Frau Dr. Frohnmeyer in entspannter Atmosphäre zu vielen Aspekten der Behandlung aus Sicht derer, die behandeln und die behandelt werden austauschen – Fazit: sich gegenseitig zuhören schafft Verständnis für die Position des Anderen – in beide Richtungen.

Nach diesem tollen Treffen genossen wir den Tag noch mit einem kühlen Getränk im Biergarten bevor Evelyn wieder nach Hause gefahren ist und wir den Tag bei Grit auf dem Balkon ausklingen ließen. Heute fahre ich alleine weiter nach Oberwesel nachdem ich die Helios-Klinik hier in Wiesbaden noch besucht habe.

Das Frühstück ließ auch in diesem Hotel keine Wünsche offen und so standen wir um Neun gut gestärkt und abfahrbereit vorm Hotel. Einmal quer durch die Stadt hinunter zum Rhein und hinüber nach Ludwigshafen – das war gar nicht weit und so waren wir schon kurz vor Zehn vor der Ludwigshafener Klinik. Frau Kopp von der Frauenselbsthilfe Krebs traf auch gerade ein und kurz darauf kam auch die Leiterin des Brustzenrums Frau Dr. Dauscher-Zohlnhöfer die Treppe des Haupteingangs hinunter und empfing uns herzlich.

In der Bibliothek führten wir bei einem Kaffee ein äußerst offenes Gespräch über die Behandlungsmöglichkeiten, individuellen Entscheidungswege und die Gründe die am Ende den Ausschlag geben. Da gestern erst an dem Brustzentrum der Patiententag stattgefunden hat, konnten wir anhand des Programmes auch gleich die interdisziplinäre Zusammenarbeit der unterschiedlichen Spezialisten aus Ärzten, Pflegepersonal und Psychologen eindrucksvoll erkennen. Besonders spannend war auch die Vorstellung der Frauenselbsthilfegruppe Krebs durch Frau Kopp, die ja auch extra für unseren Termin gekommen war – vielleicht ergibt sich ja zukünftig eine Zusammenarbeit unserer Gruppen – die ersten Kontakte sind ja nun geknüpft. Aus den geplanten 20 min wurde so auch schnell eine ganze Stunde – da wir heute aber keinen weiteren Termin hatten, war das ja absolut kein Problem.

Von der Klinik weg führte der Weg durch Oggersheim – ja genau das wo der Kanzler Kohl zu Huase war – und gleich danach am Großparthweier entlang – da musste gleich wieder gebadet werden. Danach wollten wir eigentlich unten am Rhein wieder die Seite wechseln, aber irgendwie hatten wir die Auffahrt auf die Brücke verpasst und so wurde schnell umgeplant und wie blieben bis Worms auf der linken Rheinseite.

Das war auch echt eine gute Idee, denn in Worms gibt es natürlich alte Gemäuer – z.B. der Nibelungen, aber eben auch leckere Döner. Jetzt haben wir aber die richtige Überfahrt auf die andere Uferseite gefunden.

Der hier meist sehr schön asphaltierte Weg führte vorbei an Hühnerfarmen und Zwiebelfeldern, unter Brücken hindurch und am stillgelegten Kernkraftwerk Biblis entlang. Mit einer kurzen Pause am Wegesrand haben wir Gernsheim schon kurz nach 16 Uhr erreicht und sind in unsere Zimmer in der Parkvilla eingezogen – den Bäcker um die Ecke haben wir natürlich auch gleich entdeckt.

Inzwischen war ich noch unten am Rhein mit Sarah – einer lieben Geschäftsfreunden, die ich bisher nur vom Telefon kannte, essen und den Sonnenuntergang genießen – schöner kann ein Tag ja nicht zu Ende gehen. Morgen fahren wir über Mainz nach Wiesbaden.

Heute stand ein kleiner Ausflug weg vom Rhein an den Neckar an – denn in Heidelberg befinden sich einige renommierte Brustkrebszentren, die wir gerne besuchen wollten.

Los ging es schon halb acht bei schönem Wetter von unserer Unterkunft Gasthaus zum Halbmond. Damit wir so früh nicht mit leerem Magen los mussten, hat die Wirtin extra eine Stunde früher als üblich das Buffet vorbereitet – wirklich super nett.

Wir haben die Rheinseite wieder gewechselt und sind fröhlich an der ersten Baustelle vorbei gefahren, da fing es an zu regnen. Erst nur ein bissel und dann immer doller, so dass die Regensachen ihre Funktionalität beweisen mussten. Wir traten ordentlich in die Pedale, denn wir wollten pünktlich 10 Uhr im neu gegründeten Brustzentrum von Prof. Heil und Prof. Golatta am Sankt Elisabeth Krankenhaus sein – daher gibt es von der Strecke ziemlich wenige Bilder.

Wir waren zwar ziemlich pitschnass aber pünktlich am Krankenhaus angekommen und wurden gleich von Prof. Golatta und seinen Mitarbeiterinnen Frau Meier und Frau Sebele mit einem frühstück und Kaffee empfangen. In dieser entspannten Atmosphäre wurden alle Themen rund um Brustkrebstherapien, den Umgang mit den Patientinnen und die Rahmenbedingungen der Finanzierung besprochen – natürlich kam auch unsere Mutmachpost nicht zu kurz. Das Brustzentrum wird es bei dem geplanten sehr persönlichen Umgang mit den Patientinnen gerne einsetzen. Wir hätten noch Stunden weiter reden können – die neuen Räume und modernen Diagnostikgeräte wollten wir aber ja auch noch gerne sehen. Nachdem wir das Alles etwas im Schnelldurchlauf noch geschafft hatten, saßen wir in unserer Regenkluft nach einer Stunde wieder auf dem Fahrrad, um rüber zur Uniklinik zu fahren.

Dort wurden wir bereits am Eingang von den BCN Jancy Vilangumthara und Jennifer Klausmann empfangen und in deren Besprechungszimmer geführt. Hier werden die Patientinnen direkt nach der Erstdiagnose betreut und durch die gesamte Therapie begleitet. Dabei gibt es wirklich das Rund-um-Kümmerpaket von der Koordination von Therapieterminen über Literatur und natürlich Gespräche über Alles was die Frauen bewegt – ab jetzt auch unter Nutzung unserer Mutmachpost.

Natürlich waren wir auch hier viel länger im Gespräch als eigentlich geplant. Die Besuche an beiden Brustzentren haben uns sehr beeindruckt nicht zuletzt auch deswegen, weil alle Beteiligten extra wegen uns zu den Kliniken gekommen waren, um uns ihre Arbeit zu zeigen – echte Mutmachstationen – der Abstecher nach Heidelberg hat sich jedenfalls voll gelohnt – da mag es regnen wie es will.

Durch den frühen Start hatten wir nun kurz nach 12 Uhr nur noch 25 km zurück an den Rhein nach Mannheim vor uns. Der Weg war ganz passabel- über die Dörfer zum Neckar, vorbei an Ladenburg, Ilvesheim nach Mannheim – am gefüllten Fußbalstadion vorbei zum Diakonissenkrankenhaus.

Hier war von vornherein klar, dass wir aufgrund des Wochenendes und der damit verbundenen dünnen Personaldecke nicht zu einem Gespräch empfangen werden konnten, sonder den Briefumschlag an der Pforte abgeben sollten – das haben wir dann auch ordentlich erledigt – dabei ergab sich aufgrund unserer gut erkennbaren Radshirts und dem kürzlich erschienen Zeitungsartikel im Mannheimer Morgen noch ein sehr nettes Gespräch mit einer Patientin, welche zwar jetzt wegen dem Knie behandelt wurde, aber auch seit einigen Jahren selbstbewusst ohne Brust lebt – also auch diese Station hat sich schon allein wegen dieser bereichernden Begegnung gelohnt.

Der Weg zum Hotel führte dann zum Rhein und von dort in die Innenstadt, die wir nach dem Einchecken im Hotel inzwischen auch noch etwas erkundet haben. Dabei konnten wir auch gleich den Coronatest für den morgigen Besuch im Brustzentrum Ludwigshafen absolvieren und typisch pfälzische Speisen genießen.

Offensichtlich war der Tag jedoch noch nicht anstrengend genug – wir haben nämlich noch kurz das Gym im Hotel besucht ;) – jetzt gehen wir aber schlafen – morgen gehts über Ludwigshafen nach Gernsheim.

Heute früh hatte ich gerade das Fahrrad aus der Garage geholt, da stand Evelyn wieder neben mir und wir konnten gemeinsam die Fahrt zur Frauenklinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe antreten. Mit einigem Nachfragen haben wir das richtige Gebäude auch gefunden und wurden nach ganz kurzer Wartezeit von Frau OA Dr. Boosz empfangen. Aufgrund meiner Ankündigungsmail hatte Sie sich schon bestens auf unserer Webseite und die Radtour informiert und so brauchte es nicht viel „Aufklärungsarbeit“. Vielmehr konnte Sie uns schon von den schönsten Strecken des Rheinradweges berichten, da sie diesen gerade mit ihrer Familie von Duisburg bis Karlsruhe gefahren war – Koblenz hat sie mir ans Herz gelegt – aber da rannte sie eh offene Türen ein – darauf freue ich mich ja schon so ganz ganz besonders ;)

Die Mutmachpost findet sie sehr gelungen, diese wird ganz bestimmt in Zukunft an dieser Klinik auch genutzt.

Nach dem obligatorischen Foto machten wir die Räder wieder flott und kämpften uns aus Karlsruhe raus – teilweise auf dem Radweg direkt neben der Autobahn. Nach dem Überqueren des Rheins wurde es dann endlich ruhiger und die Genußradtour über die asphaltierten Wege durch Wald, Feld und Flur.

Die Baustellen und damit verbundenen Umleitungen hielten sich heute auch in Grenzen und so konnten wir nach 26 km schon unsere Vormittagspause in Leimersheim machen. Nachdem Durst und Hunger gestillt waren, führte der Weg direkt zum Rheinufer – diesmal mit bestem Asphalt bis in die Festungsstadt Germersheim.

Es radelte sich so vergnügt dahin, dass auch die nächsten 20 km schnell geschafft waren, der Durst meldete sich und zu unseren großen Freude tauchte der Badesee Lingenfeld direkt am Wegesrand auf – da waren wir uns schnell einig, dass wir da rein müssen.

Der Rest des Weges bis Speyer war dann so erfrischt schnell geschafft und so waren wir pünktlich am Diakonischen Stiftungs-Krankenhaus – es blieb sogar genug Zeit für den obligatorischen Corona-Test – Ergebnis „negativ“, was ja ziemlich positiv ist. Am Klinikum wurden wir von der Onkologie-Schwester Frau Ulrike Kinzler und ihrem Team von der Gyn-Station empfangen. Auf der Terrasse führten wir ein angeregtes Gespräch über den empfindsamen Umgang mit den Frauen nach einer OP insbesondere beim Anschauen und annehmen des neuen Körperbildes – das ist ja so individuell wie die Frauen selbst. Nachdem auch hier die Mutmachpost übergeben und das Foto gemacht war, fuhren wir die wenigen Kilometer bis zu unserem Hotel „Zum Halbmond“ – es ist absolut nett hier. Nach Essen, Stadtbummel, Rheinuferfest und einem Tages-Abschluss-Bier geht´s jetzt ins Bett – schließlich wollen wir morgen früh um Zehn schon in Heidelberg sein und bis dahin sind es knapp 30 km.

In einem Landgasthof gibt es natürlich ein vorzügliches Frühstück und so konnte ich mit gut gefülltem Magen kurz vor 9 Uhr auf die Strecke gehen. Wie gestern auf dem Radweg parallel zur Straße bis hinunter zum Rhein wo mich der nun schon alt bekannte Schotterradweg auf dem Damm begrüßte. Hier gibt es aber auch genug Kieswerke, die gleich Förderanlagen bis auf die Schiffe haben, da ist dieser Belag auf dem Weg wohl naheliegend. Unterwegs waren immer mehr Schwäne zu sehen – kein Wunder – es gibt hier offensichtlich Menschen, die die jeden Tag mit Futter versorgen.

Ich war froh, dass der Weg nun etwas ins Hinterland abbog, um dem Schotter und Gegenwind etwas zu entkommen. Erst war es auch echt hübsch mit abwechslungsreichen Blicken nach links und rechts. Ein nettes Plätzchen für die Mittagspause hat sich auch gefunden.

Nach der Pause tauchten dann jedoch Baustellenschilder auf. Bei der ersten Umleitung bin ich noch brav abgebogen – der Weg führte neben dem gesperrten Damm entlang – von tatsächlicher Baustelle geschweigedenn Maschinen oder gar Bauarbeitern war aber nix zu sehen. Das nächste Verbotsschild habe ich dann kurzerhand ignoriert – es gab auch keine annehmbare Umleitung – und siehe da es hat funktioniert, keinen hat meine Durchfahrt gestört.

Der Weg wurde wieder richtig gut und so ging es rasch durch Rheinstetten durch und am Fermasee vorbei – zum Baden blieb heute keine Zeit, denn ich war schon 15 Uhr im Diakonissenkrankenhaus Karlsruhe-Rüppurr angemeldet. Also schnell weiter und am Freibad am Rande von Karlsruhe noch eine kurze Pause eingelegt und dann ab durch die Mitte zur Klinik – vorher natürlich noch zur Teststation – negativ – also weiter. Kurz vor 15 Uhr war ich da – mit etwas durchfragen bin ich auch auf der richtigen Station gelandet und dann…bin ich wohl in ein stationsinternes Kommunikationsloch gefallen, man bat mich zu warten und versicherte mir mehrmals, dass Frau Dr. Perez gleich kommen würde- nach 70 min Wartezeit habe ich dann doch noch mal nachgefragt und sieh da – sie wusste nicht, dass ich warte – am Ende nicht schlimm – die Zeit bis dahin habe ich mir mit Umplanungen vertrieben, denn…die Uni Düsseldorf hat tatsächlich für Samstag den 10.9. um 11 Uhr zugesagt…so wird es einen ordentlichen Abschluss der Tour geben, nur eben nicht in Köln, wie eigentlich gewollt, sondern in Düsseldorf!

Ich konnte dann noch in Ruhe die Mutmachpost übergeben – Frau Dr. Perez kannte den Verein schon von unserem Flyerversand und hat uns auch schon einigen Patientinnen empfohlen – nun wird sie auch die Mutmachpostkarten bei der Beratung einsetzen, die sie sehr gelungen findet. Kurz vor Fünf saß ich dann wieder auf dem Rad und bin vorbei am Zoo zum Hotel gefahren und erfreue mich nun an der Baustelle vor dem Fenster – hier sind sie fleißig – die arbeiten noch!!!

Morgen früh gehts hier in Karlsruhe weiter und dann nach Speyer – alles wieder zusammen mit Evelyn – ich freue mich drauf!