Prolog Berlin – Tag 1 – Westen 06.06.24

Es geht wieder los – ist ja alles schon geübt und doch ist alles neu. Tour planen, Brustzentren anschreiben, Mutmachpost packen, mich und das Fahrrad mit dem Zug zum Startort befördern lassen – klar das ist schon gut geübt, aber…

….diesmal sind es fünf Brustzentren an einem Tag, es wollen noch mehrere Frauen mitradeln (teilweise nur einzelne Stationen) und es geht den ganzen Tag mitten durch den Stadtverkehr….

Die größte Unsicherheit in meinem Bauch war also das Zeitmanagment und die Frage, ob dann, wenn das aus dem Ruder läuft, die Tour auch noch richtig Freude macht für alle Beteiligten.

Also los, den Versuch ist es auf alle Fälle ja wert. Kurz nach sieben Uhr starte ich nach einem leckeren Frühstück von meinem Quartier in Richtung Siegessäule – dem Treffpunkt der heutigen Tour. Fahrradstraße, Fahrradwege und wenig Verkehr so früh, also alles Bestens, gleich mal durchs Brandenburger Tor, danach zwangsweise durch den Park, da hinter dem Brandenburger Tor das Fußball-Euro-Fanfest schon aufgebaut wird – das war ne tolle Alternative. So komme ich gut gelaunt, flankiert von jeder Menge Joggern und Radfahrern, an der Siegessäule an.

Upps…wie soll ich den hier meine beiden Mitradlerinnen treffen, in die Mitte kommt man nicht und eine genaue Ecke hatten wir nicht ausgemacht. Während ich noch so darüber sinniere, klingelt und quietscht es schon neben mir und sie stehen da, Jessi aus Eisenhüttenstadt und Silke aus Berlin, klappt also, ich bin mit dem Tour-Trikot offensichtlich gut zu erkennen.

Nach einem schnellen Selfie starten wir vorbei am Schloss Charlottenburg zur ersten Mutmachstation – dem Brustzentrum der DRK Kliniken Westend und werden von Frau Oberärztin Pöhlmann und ihrer Kollegin schon erwartet und nett in Empfang genommen. Es entwickelt sich ein interessantes Gespräch über die Behandlungsmethoden, die Interessen der betroffenen Frauen, die Möglichkeiten der modernen Medizin und dem Weg, Herauszufinden, was das Richtige ist. Unsere Mutmachpost und die Infos zu AMSOB und besonders zur Berliner Regionalgruppe werden dankend angenommen und nach dem obligatorischen Foto kann sich dieses Brustzentrum nun zu Recht zu unseren Mutmach-Stationen zählen lassen.

Also weiter zur nächsten Station, wir sind in der Nähe vom Funkturm, hier gibt es mehr Autobahnen als Fahrradwege, ab durch das Gewühl. Wenig später erreichen wir sicher und erleichtert das Martin Luther Krankenhaus. Mit Durchfragen und Suchen finden wir auch die Station mit dem Brustzentrum und die Sekretärin bemüht sich sehr, die Ärztin zu finden, die uns empfangen möchte. Frau Dr. Makowiec unterbricht dann tatsächlich den laufenden Stationsbetrieb und wir dürfen am Tresen kurz vor ihr und dem Team die Mutmachpost vorstellen und übergeben und die Zeit für ein Foto findet sich ebenfalls und dann sind wir auch schon wieder raus aus dem Trubel.

Der Weg zum nächsten Brustzentrum ist gar nicht weit, es lohnt sich nicht einmal ein Foto zwischendurch und so sind wir kurze Zeit später schon am St. Gertrauden Krankenhaus angekommen. Hier treffen wir Meike, die ab jetzt auch mitradelt. Es ist Zeit auf den Bänken vor dem Krankenhaus noch etwas zu Essen bevor wir uns auf die Station des Brustzentrums begeben.

Hier werden wir schon erwartet von der onkologischen Fachschwester Anna Frömming. Zusammen mit Frau OA Tarps setzen wir uns in den Warteraum für ein ausführliches Gespräch. Zuerst bekommen wir aber noch ein liebevoll gepacktes Körbchen mit leckeren Keksen, Riegel, Äpfeln und Süßigkeiten – was für eine tolle Geste. Durch die vielen Gesprächsteilnehmerinnen können wir jede Menge Aspekte der Diagnose, Behandlung, Hilfe und Selbsthilfe besprechen und die Zeit ist ganz schnell rum, die Mutmachpost wird auch hier begeistert aufgenommen, so dass wir uns danach beschwingt wieder in den Sattel setzen können.

Der Weg zur nächsten Station war auch nicht wirklich weit und beim Fahren und Quatschen viel die Zeit für Fotos der Umgebung aus. Dahlem und Zehlendorf gehören aber definitiv zu den besser betuchten Gegenden von Berlin. Unterwegs haben wir Silke verabschiedet, sie muss sich um ihre Wärmepumpe kümmern, um die sich lösende Dämmung an der Außenwand kümmere ich mich dann demnächst ;)

Vor dem Krankenhaus Waldfriede werden wir schon von Angela, eine der Frauen der Berliner Regionalgruppe erwartet, die hier ihre Behandlung hatte. So entfällt dank ihrer Ortskunde diesmal die Sucherei der richtigen Station. Im Brustzentrum des Krankenhaus Waldfriede wurden wir von der Psychoonkologin Frau Gallardo-Brückner freudig empfangen und so nach und nach kam das gesamte an diesem Tag anwesende Team der Station zusammen, um uns zu begrüßen und mit uns zu sprechen. Da hab ich glatt den Überblick verloren, wer alles da war und man möge es mir verzeihen, bevor ich Einen in der Aufzählung vergesse, lass ich das mit den Namen. Es ist jedenfalls ein ganz, ganz engagiertes Team, die viele neue Ansätze der therapeutischen Begleitung interessiert ausprobieren (z.B. Angstfrei zur OP) und so auch total offen sind für unser Anliegen – hier ist Frau ganz sicher gut aufgehoben und behütet, wenn sie krank ist. Nach der Übergabe der Mutmachpost an sie und einem kleinen Beutel mit Geschenken an uns und natürlich dem Foto zogen wir mit der positiven Energie dieser Station wieder von dannen.

Nun aber rasch – um 14 Uhr fährt die Fähre über den Wannsee und die wollen wir erreichen. Wir haben ordentlich treten müssen, waren ja aber schon ein super Team und so landeten wir pünktlich an Board. Die Überfahrt bot schöne Ausblicke, die Zeit sich mal zu setzen und noch einen Happen zu essen und natürlich auch Fotos zu machen.

Nun noch hoch zum Krankenhaus Havelhöhe unserer fünften und letzten Mutmachstation des Tages. Hier durften wir im Speiseraum bei Wasser und Obst auf die Psychoonkologin Frau Schleusener warten. Als sie dann eintraf, hatten wir ein langes tiefgründiges Gespräch über den sanften Abschied von der eigenen Brust, den Entscheidungswegen und den möglichen Unterstützungen durch die therapeutische Begleitung. Es ist immer ein Geschenk, das Engagement der Menschen in den Kliniken zu erleben und ihr offenes Interesse für neue Hilfeansätze – wir gehören nun mit unserer Mutmachpost und unseren Angeboten der Selbsthilfe dazu – das freut uns natürlich sehr.

Nach dem Krankenhaus trennten sich unsere Wege, Meike und Jessi fuhren zurück zur Fähre und S-Bahn und ich um den See drumrum, mit Stopp im Restaurant und dann zurück durch den Großstadtverkehr zur Siegessäule und zum Quartier.

Es war ein toller erster Tag der Tour, alle Befürchtungen waren für die Katz, alles hat geklappt, selbst das Wetter war prächtig…

Aber vom heimlichen Highlight habe ich ja noch gar nicht erzählt und gezeigt…Jessica hat die Begabung häkeln zu können und hat sich an unsere AMSOB-Nixe herangetraut und sich selbst ein Exemplar angefertigt, total begeisternd…

Aber es kommt noch besser – ICH habe auch ein Exemplar bekommen, ganz für mich – mit A als Halskette, AMSOB als Armband, Mutmachpost in der Hand UND Tourlogo auf dem Rücken, absolut bezaubernd. Ich bin zutiefst gerührt über dieses riesige Geschenk. Natürlich kommt sie jetzt immer mit auf Tour und mein Krümelmonster und sie sind schon dicke Freunde…nur einen Namen habe ich noch nicht…Vorschläge werden dankend entgegen genommen.

1 Kommentar
  1. monika sagte:

    Es geht nichts über eine gründliche Planung; wieviel Stationen waren das insgesamt in B; ca 10, und nur eine hat sich keine zeit für euch genommen?

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